Tanz der Vampire — Libretto

1. Akt

  1. Overture
  2. Szene 1: Irgendwo in der Wildnis Transsylvaniens
    1. He, ho, heAlfred
  3. Szene 2: Gaststube in Chagal’s Wirtshaus
    1. KnoblauchEnsemble
  4. Szene 3: Obergeschoss von Chagals Wirtshaus
    1. Eine schöne Tochter ist ein SegenChagal
  5. Szene 4: Querschnitt durch Chagals Wirtshaus
    1. Nie Geseh’nAlfred, Sarah, Chagal, Rebecca, Magda
  6. Szene 5: Chagals Wirtshaus von Aussen
    1. Gott ist TotVon Krolock, Vampire, Sarah
  7. Szene 6: Platz vor Chagals Wirtshaus
    1. Alles ist HellChagal, Rebecca, Magda
    2. WahrheitAbronsius
  8. Szene 7: Obergeschoss von Chagals Wirtshaus
    1. Du bist wirklich sehr nettAlfred, Sarah
    2. Einlading zum BallVon Krolock
  9. Szene 8: Platz vor Chagals Wirtshaus
    1. Draussen ist FreiheitAlfred, Sarah
    2. Die roten Stiefel — Tanzsequenz
  10. Szene 9: Wirtsstube
    1. Trauer um Chagal — Wuscha-BuschaEnsemble, Abronsius
    2. Tot zu sein ist komischMagda
    3. Durch die Wildnis zum Schloss
  11. Szene 10: Platz vor dem Schlosstor
    1. Vor dem SchlossFinale erster AktVampire
    2. Wohl der Nacht —Von Krolock
    3. Wohl der Mann —Von Krolock

2. Akt

  1. Szene 1: Schlosshalle
    1. Totale FinsternisSarah, Von Krolock, Ensemble
  2. Szene 2: Schlafzimmer im Schloss Krolock
    1. Carpe Noctem! — Fühl die Nacht!Vampire
    2. Ein perfekter TagAbronsius, Alfred
  3. Szene 3: Die Gruft
    1. Geil zu sein ist komischChagal, Rebecca, Koukol
  4. Szene 4: Bibliothek
    1. Bücher, Bücher!Abronsius, Alfred
  5. Szene 5: Badezimmer
    1. Für SarahAlfred
  6. Szene 6: Spiegel-bibliothek
    1. Noch mehr BücherAbronsius, Alfred
  7. Szene 7: Spiegel-badezimmer
    1. Wen Liebe in dir istAlfred, Herbert
  8. Szene 8: Turm und Friedhof
    1. Sie Irren, Professor!Von Krolock, Abronsius
    2. EwigkeitVampire
    3. Die unstillbare GierVon Krolock
  9. Szene 9: Tanszaal
    1. TanzsaalVon Krolock, Herbert, Vampire
    2. Gott ist Tot (reprise) —Vampire
    3. Totale Finsternis (reprise) —Von Krolock, Sarah, Vampire
    4. Menuett — Tanzsquenz
  10. Szene 10: Irgendwo in der Wildnis Transsylvaniens
    1. Durch die Wildnis (reprise)
    2. Draussen ist Freiheit (reprise)Alfred, Sarah
    3. Der Tanz der Vampire — Finale zweiter AktAbronsius, Vampire

Musik: Jim Steinman
Buch & Lyrics: Michael Kunze
Regie: Roman Polanski

1. Akt, Szene 1: IRGENDWO IN DER WILDNIS TRANSSYLVANIENS

Nacht. Alfred, der junge Held unserer Geschichte, stapft beladen mif Koffern und Taschen durch den Schee. Ratlos bleibt er stehen. Er ruft in das dunkel:

He, Ho, He

Alfred: Professor
Professor?

He, Ho, He!
He, wo sind Sie, Professor?
He, Ho, He!
Wohin soll ich gehn?

Ein beruhigender Gedanke fällt ihm ein.

Stimmt, bestimmt hat er sich wieder irgendwo hingesetzt, um seine Beobachtungen in sein Notizbuch zu schreiben. Wenn sich Professor Abronsius seine Notizen macht, dann… dann, dann ist die Welt für ihn gestorben!

Ein anderer Gedanke erschrikt ihn.

Wenn, wenn bloss er nicht gestorben ist!

Ein weiterer Versuch…

He, Ho, He!
Nur ein Zeichen Professor!
He, Ho, He!
Ich kann Sie nicht sehn

Professor!?
Ich, ich muss ihn finden, sonst erfriert er. Was für ein trauriges Ende das währe für einen Mann wie ihn!

Unsichtbare Wölfe stimmen ein langes Geheul an.

In der Zeitung wird stehen: "Wissenschaftler in Transylvanien umgekommen" Und niemand wird von mir reden. Niemand wird Alfred vermissen.

Das Geheul der Wölfe endet. Alfred ruft wieder nach seinem Begleiter.

He, Ho, He!
Hör’n sie? Ich bins Professor!
Ihr patenter
Und dezenter
Resistenter
Assistent!

Er entdeckt de aus einer Schneewehe ragenden Regenschirm von Professor Abronsius und eilt darauf zu. Er entdeckt den zu Eis erstarrten Professor. Er schultert ihn, nimmt das Gepäck auf unt geht ab, während es dunkel wird.
Man hört aus der Ferne Fiedelmusik und Gesang.

Chagal und Gäste: Knoblauch! Knoblauch!
Knoblauch! Knoblauch!
Knoblauch! Knoblauch!
Knoblauch! Knoblauch!

Verwandlung

1. Akt, Szene 2: GASTSTUBE IN CHAGAL’S WIRTSGAUS

In einem Dorfgasthaus tanze Gäste zur Musik eines Geigenspielers. Der Tanz is plump und hölzern wie die Täzer - Bewoner des transsylvanischen Nestes, in dem wir uns befinden. Schliesslich nehmen die Gäste and den Holztischen Platz, um zu trinken, zu essen und ihre Pfeifen zu schmauchen. Der Wirt Chagal geht von Tisch zu Tisch und überwacht die Arbeit seiner hübschen Magd Magda, die die Gäste bedient. Im hinteren Teil der Bühne sieht man Chagals Frau Rebecca in der Küche stehen und kochen.

Knoblauch

Chagal & Gäste: Ein Pfeifchen und ein Wodka
Und ein scheenes Fiedeldumdei
Die Hälse heil
Die Weiber geil
Und die Plackerei vorbei

Baran:Doch das Beste kommt am Ende
Dragan:…wenn der Wirt zum Essen winkt
Moron:…wenn der Eintopf dampft
Dragan:…und jeder mampft
Dragan, Moron & Baran:Bis er aus den Poren stinkt
Alle:Bis er aus den Poren stinkt!

Chagal und Gäste: Knoblauch! Knoblauch!
Ist unsere Leidenschaft
Knoblauch! Knoblauch!
Gibt Leib und Seele Kraft

Er macht grösser was zu klein ist
Er macht edel was gemein ist
Und macht härter was erschlafft
Und macht härter was erschlafft

Rebecca: Im Fleisch sind schon die Maden
Das Gemüse ist verdreckt
Das Schmalz ist ranzig
Die Sosse wanzig
Aber jeder sagt es schmeckt

Gäste: Her mit der vollen Schüssel!
Mit viel Knoblauch bittesehr
Der wirkt sagenhaft
Auf den Magensaft
Jeder Bissen schmeckt nach mehr!
Jeder Bissen schmeckt nach mehr!

Chagal reibt sich die Hände. Es gibt Rebecca das Zeichen, noch mehr Portionen herzurichten. Er schickt Magda mit einem Klaps auf der Hintern davon, damit sie noch eine Flasche Wodka holt.

Alle: Knoblauch! Knoblauch!
Bringt den Unterleib in Schwung
Knoblauch! Knoblauch!
Macht die Alten wieder jung

Lässt die Muskeln wieder schwellen
Lässt die Säfte wieder quellen
Knoblauch bringt Erleichterung!
Knoblauch bringt Erleichterung!

Magda: Die Jungen woll’n nur rammeln
And die Alten quatschen bloss
Chagal: Knoblauch macht aus Bürschlein Männer
Und aus Greisen Romeos!

Alle: Nichts auf Erden ist gesünder
Grad im Winter und bei uns
Dragan: Drum die Mäuler auf!
Wir rülpsen drauf
Baran: Urrhg!
Moron: Uns sind alle Sorgen los
Alle: Uns sind alle Sorgen los

Rebecca: Knoblauch! Knoblauch!
Drauf hab ich stets vertraut
Knoblauch! Knoblauch!
Und scharfes Sauerkraut

Chagal: Die allerbesten Köche Prags
Wär’n sprachlos beim Probier’n
Magda: Sie würden krank und anderntags
An Blähungen krepieren

Rebecca: Statt dem üblichen Gemecker
Sagen alle: "Es schmeckt lecker"
Chagal: Ist der Pampf auch fett und mehlig
Jeder Bissen macht sie selig

Rebecca, Chagal und Magda: Weil der Knoblauch Wunder wirkt!
Alle: Weil der Knoblauch Wunder wirkt!
Weil der Knoblauch Wunder wirkt!
Weil der Knoblauch Wunder wirkt!

Knoblauch! Knoblauch!
Knoblauch! Knoblauch!

Plötzlich wird von draussen die Tür aufgestossen. Der Wind peitscht eine Schneewolke in die Wirtstube. Mit blaugefrorenem Gesicht schwankt Alfred herein, dein steifen Professon Abronsius aud der Schuldert und beladen mit Koffern und Taschen.
Rebecca kommt aus der Küche gelaufen. Sie schliesst die Tür. Alle starren Alfred an, der das Gepäck fallenläst, den steifgefrorenen Professor Abronsius aber noch festhält.

Dragan:Wer ist denn der?
Baran:Ein Fremder!
Moron:Nä!
Magda:Zwei
Dragan:Was ist passiert?
Rebecca:Erfrorn!
Magda:Erstarrt!
Dragan:Vom Frost ganz hart
Moron:Er ist Futsch!!
Magda:Vereist!
Rebecca:Glasiert!

Chagal begrüsst de Ankömmlinge mit einer Verbeugung, während Alfred den starren Professor Abronsius von der Schulter gleiten lässt.

Chagal:Ich begrüsse Sie im ersten Hotel am Platz,…
Rebecca:Magda! Den Stuhl her, schnell!
Chagal:…behaglich und höchst reell!
Rebecca:Schnell Magda! Heisses Wasser! Die Dämpfe lösen Krämpfe!
Chagal:Reibt die Nase mit Wodka ein
Dragan:Mit Schweineschmalz!
Moron:Mit Senf!
Baran:Mit Wein
Chagal:Mit Knoblauch!
Alle:Knoblauch! Knoblauch! Knoblauch!
Rebecca:Wo bleibt das heisse Wasser!?
Magda:Hier!

Magda bringt eine Schüssel mit dampfendem Wasser und stellt sie, Rebeccas Anweisungen befolgend, vor den Stuhl, auf dem Abronsius sitzt. Die Gäste flüstern neugierig in einer uns unverständlichen Sprache.

Gäste: Wuscha, buscha… wuscha, buscha!
Wuscha, buscha… wuscha, buscha!
Wuscha, buscha… wuscha, buscha!
Wuscha, buscha… wuscha, buscha!

Maga bogah… Maga bogah
Maga bogah… Maga bogah
Maga bogah… Maga bogah
Maga bogah… Maga bogah

Die Musik untermalt das folgende Fussbad instrumental. Magda zieht dem Professor Schuh und Socken aus, schiebt die Schüssel unter die nackten Füsse des Professors und beginnt, seine Beine zu massieren.
Alfred starrt Magda fasziniert in dem Ausschnitt. Er ist so abgelenkt, das er nicht bemerkt, wie Abronsius zum leber erwacht. Abronsius öffnet die Augen, erfasst mit einem Blick die Situation und sieth, das die gäste Kränze aus Knoblauch um den Hals trägen. Er gibt Alfred einen Stoss mit dem Ellebogen.

Abronsius: Was hältst Du von den kleinen runden Dingern, Junge?
Alfred (den Blick auf Magdas Ausschnitt gerichtet): Klein? Die sind Gross!
Abronsius: Nicht die, Dummkopf! Die da!!

Erst jetzt scheint Alfred zu bemerken, dass Professor Abronsius wieder putzmunter ist.

Alfred: Oh, geht es Ihnen wieder gut Professor?
Abronsius (enthusiastisch): Das ist Knoblauch! Knoblauch!

Jetzt sieth augh Alfred die Knoblauchkränze.

Alfred:Sie, sie meinen wir…
Abronsius (bedeutungsvoll):Das Ziel unserer Mission ist ganz nahe!
Alfred:Oh!
Abronsius (zu Chagal):Herr Wirt!
Chagal:Chagal ist mein Name! Zu Diensten! Ich freue mich, das Sie…
Abronsius (unterbricht):Gibt es hier in der Gegend ein Schloss?
Chagal:Ein Schloss? Nicht doch. Hier gibt es genau so wenig ein Schloss wie… eine Windmühle!!

Zu den Gästen, die nach wie vor die Fremden mit offenen Mündern anstarren.

Hat irgendwer schonmal eine Windmühle hier geseh’n?

Die Gäste schütteln die Köpfe. Nur der Dorftrottel setzt aufgeregt an, etwas zu sagen.

Dorftrottel:Da ist das Schloss des Grafen…

Bevor er weiterreden kann, halten ihm gleich mehrere Holzfäller mit der Hand den Mund zu. Die Musik endet im selben Moment.

Chagal:Sie hören es. Keine Windmühle, kein Schloss. Nur eine Dorftrottel haben wir.
Abronsius:Und warum trägt hier jeder Knoblauch?
Chagal:Knoblauch? Knoblauch hilft gegen vielerlei
Rebecca:Furunkel,…
Dragan:Zahnweh,…
Baran:Furzerei…
Chagal, Magda & Rebecca:…heilt Knoblauch, Knoblauch, Knoblauch, Knoblauch!

Rebecca, Chagal, Magda, Baran, Moron & Dragan: Bei Krätze und bei Haarausfall
Zu jeder zeit und überall:

Knoblauch! Knoblauch!
Ist unsre Leidenschaft
Knoblauch! Knoblauch!
Gibt dem Leib und Seele Kraft

Er macht grösser was zu klein ist!
Er macht stärker was zu fein ist!
Und macht härter was erschlafft
Chagal: Und macht härter was er… schlafft

Chagal packt sich das Gepäck auf, das Alfred abgestellt hat.

Alle: Knoblauch! Knoblauch!
Ist seit alter Zeit bewährt
Knoblauch! Knoblauch!
Der Herz und Nerven nährt!

Jede Niete wird zum Sieger
Jeder Schlappschwanz wird zum Krieger
Wenn der Knoblauch in ihm gärt
Wenn der Knoblauch in ihm gärt
Wenn der Knoblauch in mir
Knoblauch in dir
Knoblauch in uns gärt!

Chagal: Ich darf den Herren jetzt das Zimmer zeigen!

Gäste: Knoblauch, Knoblauch
Bringt Leib und Herz Schwung
Knoblauch, Knoblauch
Macht die Alten wieder jung

Lässt die Muskeln wieder Schwellen
Lässt die Säfte wieder quellen
Und verschafft Erleichterung!
Und verschafft Erleichterung!

Knoblauch
Löst die Säfte
Stärkt die Kräfte
Bringt Erleichterung

Knoblauch!

Lichtwechsel.
Chagal fürht Alfred und Professor Abronsius tre Treppen hinauf.
Verwandlung.

1. Akt, Szene 3: OBERGESCHOSS VON CHAGALS WIRTSHAUS

Alfred un Professor Abronsius folgen Chagal, der ihr Gepäck trägt.

Chagal: Bitte meine Herren, hier entlang. Hallo, hier gehts weiter

Man hört eine Frauenstimme singen.

Sarahs Stimme:Ah-ah-ah…

Der Professor blebt sethen und lauscht. Er dreht sich nach Alfred um.

Abronsius:Hörst Du?
Alfred (mit offenem Mund):Ja!
Sarahs Stimme (im Hintergrund):Ah-ah-ah…

Chagal stöhnt under der last der Gepäcks. Er will, dass die beide weitergehen. Am Anfang des Gangs befindet sich das Zimmer von Chagals Tochter Sarah, am Ende das Fremdenzimmer, zu dem Chagal seine Gäste führt. Dazwischen liegt ein Badezimmer, in das man ausser über den Gang ach von den beidseitig angrenzenden Zimmern durch Zwischentüren gelangen kann.

Chagal:Bitte meine Herren…
Abronsius:Was ist das?
Chagal:Was?
Abronsius:Wer singt da?
Sarahs Stimme (im Hintergrund):Ah-ah-ah…
Chagal:Niemand singt da
Alfred:Wunderschön
Abronsius:Sind sie taub? Da singt doch jemand!
Chagal:Ach was. Der Wind
Sarahs Stimme (im Hintergrund):Ah-ah-ah…
Alfred:Himmlisch!
Abronsius:Der Wind???

Professor Abronsius wirft Alfred einen bedeutsamen Blick zu, bevor sie weitergehen. Das Singen hört auf. Die Musik spielt untermalend weiter.

Chagal:Wir sind gleich da
Abronsius:Der Wind! Hmm!

Chagal öffnet die Tür zum Fremdenzimmer und lässt seinen Gästen den Vortritt.

Chagal:Bitte sehr, die Herren! Treten sie ein!

Professor Abronsius und Alfred betreten das Zimmer. Chagal folgt und stelt das Gepäck ab.

Unsere Luxussuite. Etwas besseres finden sie nirgendwo!

Er geht zur Tür gegenüber dem Bett, die vom Fremdenzimmer direkt in das Badezimmer führt.

Und hinter dieser Tür, meine Herren, bequemer geht es nicht, ein hochmodernes Badezimmer! Hier sehen sie etwas wirklich schönes

Chagal öffnet die Badezimmertür

Sarah:Huch!

Durch die Tür sehen zuerst Alfred und Professor Abronsius, dann auch Chagal, die nackte Sarah schaumbedeckt in der Badewanne sitzen. Verlegen lächelt sie die Männer an. Die Musik bricht ab.

Chagal:Sarah! Ich hab dir doch tausendmal gesagt… Raus hier!

Sarah macht Anstalten, der Aufforderung ihres Vaters zu folgen, und erhebt sich aus dem Schaum. Chagal fällt ein, dass sie nackt ist.

Nein, nein, nein… Bleib, bleib!

Er stösst den sich vorreckenden Alfred und Profressor Abronsius zurück und zieht die Tür zu.Ich vergass … meine Tochter. Entschuldigen Sie. Das Bad wird gleich frei sein!

Die Musik geht untermalend weiter. Chagal verabschiedet sich mit einem Bückling. Er geht rückwärts aus dem Zimmer und schliesst die Tür hinter sich, befor über den Gang abgeht.
Professor Abronsius öffnet seinen Koffer und nimmt einen Stoss Büucher heraus, den er auf das Nachtkästen stellt. Alfred geht unterdessen zögernd zur Badezimmertü zurück.
Im Badezimmer steight Sarah aus der Badewanne, hülltt sich in einem bereitliegendes Tuch und geht in ihr Schlafzimmer. Sie sucht nach ihrem Nachthemd.
Alfred öffnet von der Seite des Fremdenzimmers die Tür einem Splat weit, um in Bad zu spähen. Er sieth Sarahs Schwamm und nimmt ihn in die Hand. In diesem Moment kommt Sarah in das Bad zurück. Ihre Augen blicken in Alfreds. Sie lächelt geheimnisvoll. Alfred legt den Schwamm zurück und geht ins Gästezimmer. Sarah nimmt den Schwamm und verschwindet in ihrem Zimmer. Alfred ist benommen. Er schliesst die Tür zum Bad.
Chagal betritt wenig später erneut das Gästezimmer, um ins Bad zu gehen. Unterm Arm trägt er Holzlatten, in der Hand einen Hammer, zwischen die Lippen hat er ein Sortiment von überlangen Nägeln geklemmt. Mit entschuldigenden Gesten geht er an Professor Abronsius und Alfred vorbei. Im Badezimmer beginnt er, die Tür zu Sarahs Raum zu verbarrikadieren.

Eine schöne Tochter ist ein Segen

Chagal: Eine schöne Tochter ist ein Segen
Doch ein Segen, der meschugge macht
Denn was soll der Vater tun dagegen
Wenn das Weib in seinem Kind erwacht?

Er bemerkt zuerst, was an ihr dran ist
Und versteckt sie oder sperrt sie ein
Denn er weiss, weil er ja selbst ein Mann ist
Jeder Mann ist irgendwie ein Schwein

(vernagelt die Tür)

Schlaf, mein Wuschel-Schätzchen!
Träum mein Kuschel-Kätzchen!
Niemand darf dich wecken
Niemand dich entdecken
Dir würd’s schaden
Mir würd’s schaden
Uns würd’s schaden
Bleib bei Papa

Der Gedanke, dass ein geiler Wüstling
Sie befingert, weckt das Tier in mir
Drum bevor sie so ein Wüstling küsst schwing
Ich den Hammer und blockier die Tür

Dann erst kann ich mich zum Schlafen legen
Und mach trotzdem kaum eine Auge zu
Eine schöne Tochter ist ein Segen
Doch die Angst um sie raubt mir die Ruh

(hämmert)

Schlaf, mein Wuschel-Schöpfchen!
Träum mein Kuschel-Köpfchen!
Niemand darf dich rauben
Nie werd’ ich’s erlauben
Dir würd’s schaden
Mir würd’s schaden
Uns würd’s schaden
Bleib bei Papa

Eine schöne Tochter ist ein Segen
Doch ein Segen der das Herz bedrückt!
Sie lässt sich an keine Kette legen
Und das macht den Vater fast Verrückt!

Aaah…

Chagal versichert sich, dass die Tür verbarrikadiert ist. Dann verlässt er durch die andere Tür das Badezimmer. Er schleicht durch’s Fremdenzimmer.
Als Alfred und Professor Abronsius, die gerade zu Bett gehen, ihn erstaunt anstarren, macht er beschwichtigende Handbewegungen. Rasch schliesst er die Gangtür hinter such und geht ab.
Es wird dunkler.

1. Akt, Szene 4: QUERSCHNITT DURCH CHAGAL’S WIRTSHAUS

Im Halbdunkel sehen wir durch die Wand des Wirtshauses in diverse Räume in den oberen Geschossen. Im Fremdenzimmer liegt der Professor im Bett und schläfft. Alfred ruht traäumend auf einer Holzbank. Sarah ist im ihren Bett.
Im Stockwerk darüber befinden sich das Schlafzimmer der Wirtsleute und die Kammer von Magda. Dort liegen Chagal und Rebecca im Ehebett, da sitzt Magda über eine Näharbeit gebeugt.

Nie Geseh’n

Alfred: Ein Mädchen, das so lächeln kann
Hab ich nie gesehn
Sarah: So einen netten jungen Mann
Habe ich noch nie gesehn

Alfred und Sarah: Ich kann nicht schlafen
Doch ich bin
Auch nicht wach
Denn ich träum
Seit wir uns trafen
Macht es Sinn
Was ich mach
Auch wenn ich
Einfach nur
Die Zeit versäum…
Sarah:…und verträum

Alfred:Ein Mädchen, das so lächeln kann…
Sarah (versetzt):Einen netten Jungen…
Alfred:…so natürlich…
Sarah (versetzt):…zierlich…
Alfred und Sarah:…habe ich noch nie geseh’n

Alfred und Sarah: Seit ich in diese Augen sah
Komm ich nicht zur Ruh
Ich weiss nicht
Was mit mir geschah
Ich weiss nur
Der Grund bist du
Wenn ich mich je verliebe
Dann sicherlich…
Alfred:…in eine Frau wie dich…
Sarah:…in einen so wie dich
Alfred:Und vielleicht…
Alfred und Sarah:…denkst auch du so wie ich

Während des Gesangs hat sich Chagal im oberen Schlafzimmer aus dem Bett gestohlen. Auf Zehenspitzen schleicht er durch das Haus, um in Magdas Dachkammer zu gehen. Im dunklen Gang stolpert er. Das höhr Professor Abronsius.

Abronsius: Junge, hörst du das?
Jemand schleicht durch’s Haus!
Etwas geschieht! Ich weiss nicht was
Doch ich krieg es ‘raus!

Professor Abronsius steht auf und geht zur Tür. Alfred beachtet ihn nicht.
Chagal betritt Magdas Kammer. Magda näht. Sie scheint nicht überrascht, aber auch nicht erfreut von dem späten Besuch ihres Herrn.

Chagal:Was macht mein süsses Magdalein
Magda:Näh’n
Chagal: Lasst mich auf dein Knie!
So eine tadellose Magd
Hatte ich bisher noch nie

Im Schlafzimmer ist Rebecca aufgewacht. Sie vermisst ihren Gatten. Professor Abronsius schleicht auf Zehenspitzen über den Flur, wo er nur noch als Silhouette zu sehen ist.
Chagal bemüht sich um die widerstrebende Magda. Alfred und Sarah sind ganz in ihre Träume versunken.

Chagal, Alfred und Sarah: Ich fühl ein Sehnen
Bin verwirrt
Und ich [schweb / will]
Wenn ich träum
Mich an dich lehnen
Sicher wird
Mein Herz still
Während ich
Neben dir
Die Zeit versäum und verträum

Rebecca ist klar geworden, warum ihr Mann nicht bei ihr ist. Wütend steigt sie aus dem Bet. Bewaffnet mit einer lnagen, harten Salami macht sie sich auf den Weg zu Magdas Kammer.

Rebecca: Der Schuft hat sich davon gemacht
Und ich weiss wohin!
Pass auf!

Rebecca und Magda:So einen geilen Hurenbock…
Alfred (versetz, teiweise gleichzeitig):Ein Mädchen, das so lächeln kann…
Sarah (versetz, teiweise gleichzeitig):So einen netten jungen Mann…
Chagal (versetz, teiweise gleichzeitig):So eine nette junge Magd…
Alfred, Sarah und Chagal:…unvergesslich…
Rebecca:…grässlich…
Alfred, Sarah, Chagal und Rebecca:Habe ich noch nie gesehn

Rebecca: Der alte Sack
Kann’s nicht lassen
Nach fremden Röcken
Zu fassen
Doch jeder Mann
Der in fremde Betten kroch
Zieht der Teufel
In sein Loch

Alfred und Sarah: Anstatt zu schlafen
Frag ich mich
Ob du ahnst
Was ich träum
Alfred, Sarah und Chagal: Seit wir uns trafen
Fühle ich
Nur dich

Chagal eilt zu seiner Frau zurück
Alfred und Sarah sind so versunken in ihre Traäume, das sie von all dem nichts wahrnehmen. In mondwandlerischer Trance steigen sie aus den Betten.

Alfred und Sarah: Wenn ich mich je verliebe
Dann sicherlich…
Alfred: …in eine Frau wie dich…
Sarah (versetzt): …in einen so wie dich…

Plötzlich hört man aus dem Nirgendwo…

Stimmen der Vampire: Sei bereit!
Sei bereit!

Alfred und Sarah: Wenn ich mich je verliebe
Dann liebe ich
Sicherlich
Jemanden ganz genau wie dich
Oder ich
Komm nie mehr wieder zur Ruh
Denn es war noch nie
Jemand so wie du
So wie du!

Die Szene geht über in…

1. Akt, Szene 5: CHAGALS WIRTSHAUS VON AUSSEN

Es schneit. Sarah und Alfred stehen hinter den jeweiligen Fenstern ihren Zimmer. Beide halten eine brennende Kerze in der Hand. Ein übergrossen Schatten fällt über den Schnee und auf das Wirtshaus. Auf dem Proszenium erscheint die Silhouette des Grafen vn Krolock.

Gott ist Tot

Graf von Krolock: Jahrelang war ich nur Ahnung in dir
Jetzt suchst du mich und hast Sehnsucht nach mir
Nun, freu dich! —
Uns beide trennt nur noch ein winziges Stück
Wenn ich dich rufe hält dich nichts mehr zurück
Getrieben von Träumen, und hungrig nach Glück

Vampire: Sei bereit!
Sei bereit!

Graf von Krolock: Gott ist tot!
Nach Ihm wird nicht mehr gesucht

Vampire: Sei bereit!
Sei bereit!

Graf von Krolock: Wir sind zum ewigen Leben verflucht
Es zieht uns näher zur Sonne doch wir fürchten das Licht
Wir glauben nur Lügen, verachten Verzicht
Was wir nicht hassen, das lieben wir nicht

Vampire: Sei bereit!
Sei bereit!

Graf von Krolock: Was ich rette, geht zugrund
Was ich segne, muss verderben
Nur mein Gift macht dich gesund
Um zu leben musst du sterben
Schweb mit mir in den Abgrund der Nacht
Und verlier dich in mir
Wir werden bis zum Ende jeder Ewigkeit gehn
Ich hüll dich ein in meinen Schatten

Sarah (sehr leise, wie in Trance): Ich hör eine Stimme, die mich ruft

Graf von Krolock: Nun freu dich! —
Uns beide trennt nur noch ein winziges Stück
Wenn ich dich rufe hält dich nichts mehr zurück
Getrieben von Träumen, und hungrig nach Glück

Alfred und Sarah fühlen keine Gefahr. Sie blicken zu den Sternen hinauf und löschen dan gleichzeitig die Kerzen.

Vampire: Gott ist tot! Nach ihm wird nicht mehr gesucht
Wir sind zum ewigen Leben verflucht
Es zieht uns näher zur Sonne doch wir fürchten das Licht
Wir glauben nur Lügen, verachten Verzicht
Was wir nicht hassen, das lieben wir nicht

Blackout.

1. Akt, Szene 6: PLATZ VOR CHAGALS WIRTSHAUS

Ein spüter Wintermorgen. Gleissendes Licht. Die Sonne ist so warm, dass Chagal, Rebecca und Magda aus dem Haus gekommen sind, um ihre alltäglichen Pflichten im Freien zu verrichten. Chagal sägt Holz, Rebecca rupft eine Gans und Magda schneidet Rüben.

Alles ist hell

Rebecca:Alles ist hell wenn der Schnee in der Sonne blitzt
Magda:Alles geht schnell wenn man draussen im Freien sitzt
Chagal:Butterweich schlupft meine Säge durch Zedern
Rebecca:Wenn wir sie rupfen fliegen die Federn!

Magda, Rebecca und Chagal: Alles ist gut wenn die Sonne den Frost verscheucht
Was man auch tut, frische Luft macht die Arbeit leicht
Magda (mit Blick auf Chagal): Welch eine Freude das Messer zu schwingen
Magda, Rebecca und Chagal: Alles muss heute besser gelingen

Koukol, der bucklige Diener des Grafen von Krolock, tritt auf. Chagal, Rebecca und Magda verstummen, als sie ihn sehen. Die Frauen lassen alles stehen und liegen und flüchten ins Haus. Unterwürfig macht Chagal eine Verbeugung vor Koukol. Die Musik untermalt den folgenden Dialog.

Koukol:Hallo!
Chagal:Zu Diensten, Herr Koukol! Was kann ich für Sie tun an diesem herrlichen Morgen?
Koukol:Kh…khh…errr…zn…orghh
Chagal:Kerzen? äh, das sieht es schlecht aus. Wir sind selber knapp. Der lange Winter, verstehen Sie meine?

Sarah blickt aus dem Finster ihres Zimmers. Chagal, der mit dem Rücken zum Haus steht, bemerkt sie nicht.

Koukol: (zornig):…Hah…Ahriiii…ogahh…hoooh
Chagal:Jaja, ist ja gut, Koukol. Regen Sie sich nicht gleich so auf! Hab ich gesagt, ich hab’ keine Kerzen? Es werden sich schon noch ein paar finden. Warten Sie hier!

Chagal geht ins Haus. Koukol versucht, Sarah gestikulierend klar zu machen, dass sie sich in der kommenden Nacht bereithalten soll.

Koukol:Hihihi
Rroughagh…duuh…hooiith…ahbend…hier…
Miiithkokommn…duuh…hooiith…ahbend…

Chagal komt zurück mit einem Bündel Kerzen, die er Koukol überreicht.

Chagal: Bitte sehr, Koukol. Zwei Dutzend, nichttropfend. Meine Empfehlung an Ihre Exzellenz. Erinnern Sie ihn gelegentlich an die offenen Rechn…
Koukol:Uhroougha…oguhh…hoooh.
Chagal:Ist ja gut… Auf Wiedersehen.

Koukol dreht sich zornig um und humpelt rasch davon. Chagal spuckt aus. In diesem Moment treten Professor Abronsius und Alfred aus der Haustür. Gleich darauf kejren auch Rebecca und Magda zurück.

Wahrheit

Abronsius: Wie schade dass der Herr schon ging
Wer ist das denn gewesen?
Chagal: Ein Krüppel
Abronsius: Doch Sie fürchten ihn!
Das Rätsel will ich lösen!
Logik, Logik!
Zur Wahrheit führt nur Logik

Alfred entdeckt Sarah oben am Fenster. Er winkt ihr zu. Dadurch wird Chagal aufmerksam. Es gibt Sarah einer ägerlichen Geste zu verstehen, dass sie verschwinden soll. Sarah zieht sich zurück. Im Kreis gehend mustert Professor Abronsius misstrauisch aufnehmen. Alfred tut alles, um doch nocg einen Blick auf Sarah zu erhaschen.

Abronsius: Wovor diese Angst? Vor wem? Warum?
Woher kam der Mann
Was macht Euch stumm?

Keine Antwort. Rebecca, ganz Unschuld, pfeift das "Morgenlied".

Und wer von Euch
War so hundsgemein
Und schlug mir
Heut Nacht
Fast den Schädel ein?

Keine Antwort. Professor Abronsius fixiert Rebecca, die tut, als ob sie es nicht bemerken.

Abronsius: Niemand kann mich irritieren
Für mich zählen nur die Fakten
Niemand kann mich irreführen
Denn ich trau nur dem Exakten
Ich such’ Wahrheit
Und Wahrheit will immer Klarheit
Mein Verstand ist unbestechlich
Ich studier das Positive
Ich bin niemals oberflächlich
Ich seh immer in die Tiefe
Denn die Wahrheit
Will immer Klarheit
Mein Wissensdrang kommt nicht zur Ruh
Solang noch Zweifel nagen
Ich lasse kein Geheimnis zu
Ich hör nicht auf zu fragen:
Wie und was und wer und wo und wann?
Wie und was und wer und wo und wann?

Magda, Chagal, Rebecca: Alles ist leicht
Wenn der Tag mit Musik begann
Viel ist erreicht
Wenn man Sorgen vergessen kann
Es muss sich keiner
Heut ärgern und plagen
Es sei denn einer
Stellt dumme Fragen

Abronsius: Wenn in mir der Verdacht erwacht
Es wird mir was verschwiegen
Versuche ich mit aller Macht
Die Wahrheit rauszukriegen
Schon in der Wiege fing ich an
Mein Spielzeug aufzubiegen
Im ungestümen Wissensdrang
Zerlegte ich sogar die Kuckucksuhr
Ob Osterhas ob Nikolaus -
Ich liess mich nicht betrügen
In der Schule fand ich schnell heraus
Dass alle Lehrer lügen
Keine Antwort die sie gaben
Konnte jemals mir genügen
Denn ich Büchern eingegraben
Studierte ich die Rätsel der Natur
Ich glaub an die Vernunft
Sie wird am Ende triumphieren
Und mag auch die Professorenzunft
Mein Wissen ignorieren
Doch ich hasse Emotionen
Niemand kann mich provozieren
Ohne jemals mich zu schonen
Bleibe ich der Wahrheit immer auf der Spur
Mein Verstand ist unbestechlich
Ich studier das Positive
Ich bin niemals oberflächlich
Ich seh immer in die Tiefe
Denn ich sammle die Beweise
Und bewerte die Motive
Ja, ich dien in jeder Weise
Nur dem Fortschritt
Und der menschlichen Kultur

Während die anderen das Eigenlob des Professors wiederholen, sonnt er sich in ihrer Bewunderung.

Magda, Chagal, Rebecca, Alfred: Sein Verstand ist unbestechlich
Er studiert das Positive
Er ist niemals oberflächlich
Er sieht immer in die Tiefe
Denn er sammelt die Beweise
Und bewertet die Motive
Ja, er dient auf jede Weise
Nur dem Fortschritt
Und der menschlichen Kultur

Während Chagal und Rebecca die Melodie noch schneller singen, steigert professor Abronsius sich in eine Art Koloratur. Quasi Opera Buffa.

Magda, Chagal, Rebecca, Alfred: Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!

Abronsius (gleichzeitig): Ich suche Wahrheit
Ich suche Klarheit
Für Fortschritt und
Für menschliche Kultur
Ich suche Wahrheit
Ich suche Klarheit
Für Fortschritt und
Für menschliche Kultur
Ich suche Wahrheit
Ich suche Klarheit
Für Fortschritt und
Für die menschliche Kultur
Für die menschliche Kultur
Für die menschliche Kultur

allein

Wo man eine Gans rupft
Gibt’s bald einen Braten
Wo Eis ist und Schnee
Wachsen keine Tomaten
Wo nächtlich rumort wird
Da kann man nicht schlafen
Und wo einer buckelt
Da gibt’s einen Grafen

zu Alfred

Ich wette den Nobelpreis
Dieser Bucklige bedient ihn
Warum hast Du ihn nicht verfolgt?
Den Schluss kann doch jedes Kind ziehn…

Logik! Logik!
Wer fragt dem sagt die Logik:
Wie und was und wer und wo und wann?

Magda, Chagal, Rebecca, Alfred: Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!
Für die menschlichen Kultur!

Abronsius (gleichzeitig): Mein Verstand ist unbestechlich
Ich studier das Positive
Ich bin niemals oberflächlich
Ich seh immer in die Tiefe der Natur
Denn ich sammle die Beweise
Und bewerte die Motive
Ja ich dien in jeder Weise
Nur dem Fortschritt
Und der menschlichen Kultur
Ich suche Wahrheit
Ich suche Klarheit
Für Fortschritt und
Für menschliche Kultur
Ich suche Wahrheit
Ich suche Klarheit
Für Fortschritt und
Für die menschliche Kultur

Alle: Für die Kultur!

Der Tag vergeht, die Sonne sinkt. Es wird langsam dunkel. Verwandlung.

1. Akt, Szene 7: OBERGESCHOSS VON CHAGALS WIRTSHAUS

Am Abend desselben Tages. Nur mit einem Hemd bekleid steht Alfred im Badezimmer und giesst heisses Wasse in die Wanne. Er hört Sarah singen.

Sarah:Ah-ah-ah. Ah-ah-ah. Ah-ah-ah. Ah-ah-ah.

Im Fremdenzimmer liegt Professor Abronsius angezogen auf dem Bett und schläft. Sarah kommt über dn Flur ins Zimmer und zur Badezimmertür. Alfred hat den letzten Eimer in die Wanne gegossen. Aufblickend bemerkt er, das Sarah ins Badezimmer getreten ist.

Sarah:Entschuldigung!
Alfred (verlegen):Oh, guten Abend!
Sarah:Sie wollen baden? Stör ich?
Alfred:Nein, überhaupt nicht.

Du bist wirklich sehr nett

Sarah: Du bist wirklich sehr nett
Drum wirst du mir verzeihnn
Eingesperrt in mein Zimmer voll Knoblauch
Bin ich immer allein!

Alfred:Du meinst dein Vater sperrt dich in dein Zimmer ein?
Sarah:Allerdings, obwohl ich fast schon achtzehn bin.
Alfred:Du bist wirklich sehr nett
Sarah: Manchmal breche ich aus
Frag’ nicht wie, ich komm’ raus
Denn ich bin gern frei
Indestens einmal am Tag
Einmal am Tag

Aus Sarahs Hausmantel fällt ein Schwamm zu Boden. Beide bücken sich danach. Sarah kommt Alfred zuvor. Sie hebt den Schwamm auf und hält ihn an ihre wange

Alfred:Ein Schwamm!
Sarah:Er so weich… Ich liebe ihn!
Alfred:Ja, das ist ein schöner Schwamm!
Sarah (reicht ihm den Schwamm):Ich schenk ihn dir, ich hab zwei!
Alfred (nimmt ihn):Danke, vielen Dank. Kann ich dir auch etwas schenken?
Sarah:Darf ich mir was wünschen?
Alfred:Ja, was?
Sarah: Du hast was ich gern hätt’….
Es zu tun ist gesund!
Mir tut’s jedenfalls gut
Mindestens einmal am Tag
Einmal am Tag
Drum sei lieb zu mir
Lass es mich bitte haben
Alfred (verwirrt):Du… du meinst…
Sarah: Schnell vorm Schlafengehen
Weil es so angenehm entspannt!
Alfred (schüchtern):Doch dein Papa…
Sarah:Braucht nichts zu erfahr’n!
Alfred:Nun, dann… Vielleicht…
Sarah: Gut, also gut
Dann zieh ich mich jetzt aus
Und erfüll mir den Traum
Wart!
Gleich stöhn ich vor Lust

Sarah stösst den verblüfften Alfred aus dem Badezimmer und schliesst die tür.

…in der Wanne voll Schaum

Lichtwechsel. Sarah legt den Hausmantel ab und steigt selig in die schaumgefüllte Wanne. Alfred kämpft gegen die Versuchung an, durch’s Schlüsselloch zu spähen.

Sarah:Ah-ah-ah. Ah-ah-ah.

Alfred: Sie ist ziemlich kokett
Aber lieb ist sie auch
Ich blieb gerne bei ihr
Mindestens ein Leben lang
Ein Leben lang!

Sarah:Ah-ah-ah. Ah-ah-ah.

Plötzlich ändert die Musik auf dramatische Weise ihren Charakter. Lichtwechsel. Schnee fällt in das Badezimmer. Auf dem Dach das Wirtshauses erscheint Graf von Krolock und blickt durch eine offene Luke auf Sarah hinunter. Sie ist starr vor Schreck.

Einladung zum Ball

Graf von Krolock: Guten Abend, hab vor mir keine Angst
Ich bin der Engel nach dem du verlangst
Das Warten ist bald vorüber denn ich lade dich ein
Beim Ball des Jahres tanzen wir durch die Nacht
Bis deine Sehnsucht eine Frau aus dir macht

Graf von Krolock schwebt vom Dach in das Badezimmer. Sarah ist erkennbar faziniert. Alfred, der der Versuchung nicht länger stand hält endlich doch durch’s Schlüsselloch späht, weissnicht, was er von dem Beobachteten halten soll.

Graf von Krolock: Oder willst du lieber dass alles bleibt so wie es ist?
Glaubst du, das wäre dir genug?
Ich denke mir, das wär dir nicht genug

Willst du lieber beten bist du grau und bitter bist?
Glaubst du das wäre dir genug?
Du weiss genau, das wär dir nicht genug

Sie warnten dich vor Sünde und Gefahr
Aber du hast immer schon geahnt
Dass ihre Sicherheit ein grosser Schwindel war
Es war alles gelogen was man dir versprach!
Jeder hat dich betrogen wenn er dich bestach!

Doch ich geb dir was dir fehlt:

Graf von Krolock steigt auf den Rand der Badewanne und kommt Sarah gefährlich nahe.

Eine Reise auf den Flügeln der Nacht
In die wahre Wirklichkeit, in den Rausch der Dunkelheit
Mach dein Herz bereit: ich lad dich ein zum Mitternachtsball

Ich geb dir was dir fehlt:
Eine Reise auf den Flügeln der Nacht
Um dem Alltag zu entfliehen in den Rausch der Phantasien
Es ist bald so weit: ich lad dich ein zum Mitternachtsball!

Alfred begreift auf einmal, um wen er sich handelt.

Alfred (schreit hysterisch): Professor! Professor! Ich hab ihn gesehen, er ist da drin!
Abronsius:Wer?
Alfred:Er!

Professor Abronsius springt auf und reisst die Tür zum Badezimmer auf. Graf von Krolock ist spurlos verschwunden. Die Musik bricht ab. Sarah wäscht, als wäre nichts gewesen, in aller Unschuld ihren Arm.

Abronsius (zu Alfred): Was redest du für dummes Zeug? Phantasierst du oder was?
Alfred:Ich Schwör’s ich hab ihn gesehen!

Professor Abronsius sieht eine Schneeflocke durch Zimmer schweben und entdeckt die offene Dachluke. In diesem Moment kommen, herbeigerufen von Alfreds Geschrei, nacheinander Chagal und Rebecca ins Badezimmer gestürzt. Sie begreifen sofort, was geschehen ist.

Rebecca: Oiii! Oiii!
Chagal: Um Himmels Willen, Sarah! Hab ich dir nicht tausendmal gesagt du sollst im Zimmer bleiben!?!
Sarah (trotzig): Ich wollte nur baden!

Chagal wirft ein Handtuch über Sarah und trägt sie über den Flur in ihr Zimmer. Rebecca läuft hinterher.
Intzwischen inspiziert Professor Abronsius das Badezimmer, wobei Alfred ihm assistiert.

Abronsius:Riechst du das? Verwesungsgeruch! Er war hier aber er hat sie noch nicht gebissen!
Alfred:Er hat sie noch nicht gebissen?
Abronsius:Der Schuft! Blut von Freiwilligen schmeckt besser!

Intzwischen ist Chagal mit Sarah in ihrem Zimmer. Er schliesst die Tür von innen. Rebecca bleibt auf dem Flur. Professor Abronsius setzt seine Untersuchung fort. Alfred clickt durch das Schlüsselloch der Badezimmertür in Sarahs Zimmer.

Chagal:Warum kannst du nicht folgen? Willst du mich meschugge machen?
Sarah:Nein!
Chagal:Ooh ich will dich gehorchen lehren!

Er legt Sarah übers Knie und verhaut sie.

Sarah:Nein! Aua! Au!!
Rebecca (hinter der Tür zum Flur):Nein, was tust du da?

Chagal lässt von Sarah ab.

Chagal:Willst du jetzt ein braves Mädchen sein?
Sarah:Ja, Papa, bestimmt! Papa, ich verspreche es, ich werde nie mehr baden

Rebecca:Oi! Oi! Oi!

Chagal verlässt das Zimmer und schliest krachend die Tür.

Blackout.

Verwandlung. Auf das einsame Wirtshaus fällt Schnee. Die Zeit vergeht…

1. Akt, Szene 8: PLATZ VOR CHAGALS WIRTSHAUS

Dieselbe Nacht, Stunden später. Koukol schleicht um das Wirtshaus. Sarah kommt ans Fenster and sieth ihn. Koukol gestikuliert und deutet auf ein mitgebrachtes Bündel, das er für sie im Schnee versteckt, bevor er abgeht. Sarah verschwindet vonm Fenster. Sie verlässt ihr Zimmer und kommt gleich darauf aus der Haustür um zu holen, was Koukol gebarcht hat.

Sarah hat das Bündel gerade an sich genommen, als Alfred aus dem Haus kommt. Die Musik wird romantisch. Alfred ist ganz in seine Gedanken versunken, die sich all met Sarah beschäftigen. Er blickt sehnsüchtig zi ihrem Fensetr hinauf, ohne zu beerken, das sie hinter ihm steht.

Draussen ist Freiheit

Alfred: Unter diesem Dach lebt der liebste Mensch der Welt
Kann es Zufall sein dass wir uns trafen hier?
Sarah bist du wach? Bitte komm doch an dein Fenster!
Ich steh hier im Mondlicht und wünsch mir ich wär bei Dir

Sarah geht auf Alfred zu. überrascht dreht er sich um.

Sarah: Nicht so laut! Ich bin ja da
Mach bloss keinen Lärm!
Sonst hört dich Papa
Alfred:Kann es wirklich sein?
Sarah:Es ist ziemlich spät
Alfred:Du und ich allein!
Sarah:Ich hielt’s nicht mehr aus
Alfred:Ich bin glücklich
Sarah:Niemand darf’s wissen!
Alfred:Ich wollt’ Dich sehen!
Sarah:Drinnen erstick ich

Sarah: Draussen ist Freiheit
Dort wo der Horizont beginnt
Gibt es ein Land
In dem alle Wunder möglich sind

Alfred: Keine Mauer die uns je trennt
Keine Grenze die wir nicht überwinden
Komm zu mir
Denn mit dir
Kann ich bis zu den
Sternen gehn

Draussen ist Freiheit
Und Hoffnung die man hier nicht kennt
Draussen ist Freiheit
Weit fort von allem was uns trennt
Sarah und Alfred: …beginnt was man Leben nennt

Sarah: Wie romantisch im Mondlicht zu stehn
Leider bin ich bereits eingeladen
Nun ein Stück weit darfst du mit mir gehn
Doch versprich mir mich nicht zu verraten

Alfred:Wo willst du hin?
Sarah:Ein Geheimnis von mir
Alfred:Nicht durch den Wald!
Sarah:Wenn du Angst hast, bleib hier!
Alfred:Es ist dunkel und kalt!
Sarah:Das macht mir doch nichts aus
Alfred:Du verirrst dich und erfrierst im Schnee!
Sarah:Ich weiss schon wohin ich geh
Alfred:Nachts kommen die Wölfe raus
Sarah:Ich langweile mich tot zuhaus

Sarah und Alfred: Draussen ist Freiheit
Dort wo der Horizont beginnt
Gibt es ein Land
In dem alle Wunder möglich sind

Alfred: Keine Mauer die uns je trennt
Keine Grenze die wir nicht überwinden
Bleib bei mir
Denn mit dir
Sarah und Alfred: Kann ich bis zu den
Sternen gehn
Bis in die
Zukunft sehn

Sarah und Alfred: Draussen ist Freiheit
Ein Glück das keine Schranken kennt
Draussen ist Freiheit
Weit fort von allem was uns trennt
Beginnt was man Leben nennt

Sarah:Ach, mir fällt was ein. Ich vergass den Schwamm!
Alfred:Den Schwamm?
Sarah:Sei so lieb, geh’ bitte rauf und hol’ ihn mir.
Alfred:Du meinst, ich soll rein?
Sarah:Meinen Schwamm, du musst ihn holen!
Alfred:Sag’ mir, wo er ist!
Sarah:Im Bad
Alfred:Ich bin gleich wieder hier….

[This scene changed in later productions]

Alfred geht ins Haus. Sarah nimmt das Bündel und öffnet es. Die Musik ändert ihren Charakter. Im dem Bündel sind ein Paar rote Stiefel. Sarah packt sie aus und hebts sie bewundernd hoch. Sie zieht ihre abgetragenen Schuhe aus, und schlüpft in dei Roten Stiefel.

Die roten Stiefel — Tanzsequenz

Die Musik geht in einen Wlazerrhythmus über. Sarah schliesst träumend die Augen, während sie sich mit ausgebreiteten Armen im Kreis dreht. Gleichzeitig erscheint an anderer Stelle der Bühne ihre Traumvision: Sarahs Ebenbild dreht sie wie sie im Kreis. Mehrere Prinzen umringen sie und tanzen abwechselnd mit ihr.

Im obergeschoss des Gasthauses wir ein Fenster geöffnet, in dem einen Moment lang Alfred erscheint.

Alfred (mit gedämpfter Stimme rufend): Sarah! Sarah! Ich kann ihn nicht finden!

Die Traumvision verschwindet. Sarah schreckt auf.

Sarah:Macht nichts!
Alfred:Sarah!

Sie zögert nur einen Augenblick, dan läft sie davon. Alfred verlässt das Fenster. Gleich darauf kommt er aus dem Haus. Er läuft ein Stück weit in die Richtung, in die Sarah gelaufen ist. Da er sie nicht mehr sieth, bleibt er stehen.

Alfred (in Panik):Sarah!

Alamiert von Alfreds Geschrei stürzt Chagal aus dem Haus, gefolgt von Rebecca. Beide sind im Nachthemd.

Chagal:Was ist? Wo ist sie?
Alfred:Ich… ich weiss nicht

Chagal sieth die im Schnee zurürckgelassenen Schuhe Sarahs. Er hebt sie hoch, zeight sie Rebecca.

Chagal: Ihre Schuh! Es ist passiert!
Er hat sie geholt, hat sie uns entführt

Chagal drückt der entgeisterten Rebecca die Schuhe in die hand.

Rebecca:Oi! Mein armes Kind!
Chagal:Ich hol’ sie zurück
Alfred:Wo ist sie bloss hin?
Chagal:Er darf mir die Tochter nicht stehlen
Rebecca:Tu’ nicht zum Schloss gehen?!! Das ist gefährlich!
Chagal:Ich bring’ sie wieder!

Chagal läuft davon.

Blackout.

1. Akt, Szene 9: WIRTSSTUBE

Am Nachmittag des nächsten Tages. Bedrückt sitzen die üblichen Gäste an den Tischen. Magda kehrt den Boden. Etwas später kommen Professor Abronsius und Alfred die Treppe herunter, gerüstet für eine Exkursion.

Trauer um Chagal — Wusha Buscha

Alle: Knoblauch! Knoblauch!
Gelobt sei seine Kraft
Ohne Knoblauch
Wäre alles grauenhaft….

Alle: Wuscha buscha maga bogah!
Wasch basch hugu wuscha ma ja!
Wudu muscha kulla mogah!
Buscha Wodka muschka ja!

Fraue: Madame Chagal hat Sorgen
Ihr Mann ist fort
Und die Tochter ein Problem
Traurig aber wahr

Männer: Nur eins ist klar:
Hunger haben wir trotzdem
Hunger haben wir trotzdem

Alle: Knoblauch! Knoblauch!
In der Suppe, und im Bad
Knoblauch! Knoblauch!
Geht vom Magen gleich ins Mark

Sind die Tage auch beschwerlich
Und die Nächte sehr gefährlich
Knoblauch macht uns hart
Knoblauch macht uns stark
Knoblauch hilft uns
Knoblauch hilft uns
Knoblauch macht uns stark

Wuscha buscha maga bogah!
Wasch basch hugu wuscha ma ja!
Wudu muscha kulla mogah!
Buscha Wodka muschka ja!

Rebecca schneutz sich.

Abronsius:Wir ist denn mit denen los?
Alfred:Sie sind deprimiert
Abronsius: Vom Trübsalblasen wird nichts besser
Heiliger Strohsack, hört auf zu jammern!

Alle:Hä?

Abronsius: Man siegt nur mit Mumm
Sich fürchten ist dumm
Man muss sich selber wehr’n
Statt sich zu beschwer’n
Denn gar nichts wird gut
Solang man nichts tut
Darum lasst nicht herum
Greift an was er angreift
Habt Mumm!

Alle: Was redet der dumm herum
Was weiss der schon, was uns fehlt?

Rebecca schneutz sich.
Plötzlich wid die Tü aufgestossen. Holzfäller tragen den steifgefrorenen Körper von Chagal herein.
Untermalend spielt die Musik Weiter.

Rebecca:Ooiiih!! Yoine!
Alfred (zu Magda):Heisses Wasser, schnell!

Abronsius: Heisses Wasser hilft nichts mehr
Er ist tot

Rebecca:Oi!

Abronsius: Schau hier, Bisswunden
Nette kleine Löcher
Na sowas
Sie haben ihn eins zwei fix ausgesaugt

Alle: Die Wölfe sind gefährlich
Im Winter jedenfalls
Da springen sie
So wild wie nie
Den Menschen an den Hals

Abronsius: Das da waren nicht die Wölfe
Wer das war ist klar zu sehen
Wenn ihr weiter lügt
Euch selbst betrügt
Wird noch Schlimmeres geschehn
Wird noch Schlimmeres geschehn

Stellt euch der Wirklichkeit, ihr Feiglinge!

Niemand kann mich irritieren
Für mich zählen nur die Fakten
Niemand kann mich irreführen
Denn ich trau’ nur dem Exakten
Ich such’ Wahrheit
Und Wahrheit will immer Klarheit
Die Leiche wirkt wie ausgelaugt
Wie längst von mir beschrieben
Denn das Opfer wurde leergesaugt
Kein Tropfen ist geblieben
Meine These
Entspricht der Wahrheit!

Die Gärlassen die Wirtsstube. Alfred versucht, sie aufzuhalten.

Alfred: Moment noch! Halt! Sie gehn zu früh!
Sie müssen uns noch sagen
Wohin ging sie, wen suchte sie?
Abronsius: Bleibt hier! Es gibt noch Fragen!

Alfred und Abronsius: Wie und was und wer und wo und wann?
Wie und was und wer und wo und wann?

Als letzter Gast verlässt der Dorftrottel das Wirtshaus. Professor Abronsius wendet sich wieder Chagal zu.

Abronsius: Höchste Eile ist geboten
Der wird, wenn wir ihn verlieren…

Er siet den gefrorenen Chagal gerade.

…einer von den Lebendtoten
Die nach Blutkonserven gieren

Er kreuzt die Arme Chagals auf der Brust.

Drum woll’n wir diesen… verstorb’nen lieber durchspiessen

Die Musik spielt untermalend weiter.
Alfred und Rebecca starren auf den spitzen Pflock in der Hand des Professors. Dann versteht Rebecca und beginnt zu schreien.

Rebecca:Ooiih!
Abronsius (zu Rebecca):Mut, Madame, Chagal. Der Körper ihres Gatten ist verloren, aber wir können seine Seele retten.
Gemäss van Helsings Theorie
Und meinen eigenen Schriften
Gibt’s keine bess’re Therapie
Um Seelen zu entgiften
Viele
Neurosen
Sind heilbar
Durch Stossen
Rebecca:Durchstossen? Was wollen Sie durchstossen?
Abronsius (demonstriert, was er tun will): Sein Herz, mit einem Schlag. So. Zack! Rebecca (attackiert Professor Abronsius): Sein Herz durchstossen mit diesem Stock?
Bist du verrückt, alter Ziegenbock?

Sie reisst Professor Abronsius den Pflock aus der Hand und geht damit auf ihn los.

Rebecca (mehr geschrien als gesungen):Raus hier, weg, was fällt dir ein, du Schwein? (brüllt Professor Abronsius hinterher) Ich schlag’ dir deinen Spiess gleich selber rein

Professor Abronsius und Alfred laufen die Treppe hinauf und verschwinden.

Rebecca: Och Joine!
Nein, dein Herz darf niemand dir durchbohren
Auch wenn keiner Herzen brach wie du
Ach, mein Armer, ich hab dich verloren
Dafür findest du jetzt endlich Ruh…

Sie holt ein Tuch aus der Küche und legt es über die Leiche.

Schlaf’, mein alter Joine
Jetzt bin ich alleine…

Dann geht sie seufzend ab.
Ein Kruzifix vor sich hertragend, kommt Magda von ihrer Kammer herunter. Sie geht zu dem Tisch, auf dem die Leiche liegt, zieht das Tuch zurück und beugt sich über Chagal.

Tot zu sein ist komisch

Magda: Glasige Augen, Hände wie Eis
Er ist so kalt jetzt und war doch mal so heiss!
Tot zu sein ist komisch!
Gestern so poltrig, Heute so still
Gestern noch prächtig, Heute schon Müll!
Tot zu sein ist komisch!
Tot zu sein ist komisch!
Dieses grapschen und sein glotzten
Als er lebte war’n zu kotzen!
Doch als Leiche wirkt er jetzt
Ganz gesittet und gesetzt!
Wenn er mir nahkam nahm er mich her
Jetzt komm ich ihm nah und Wehrlos ist er!
Tot zu sein ist komisch!
Tot zu sein ist komisch!

Während die Musk untermalend weiterspielt, zündet Magda eine Kerze an. Chagal bewegt sich. Magda hört etwas. Sie sieht sich um, um feststelle, ob ausser ihr noch jemand im Raum ist. Chagal hält sich ruhig.

Tot zu sein ist komisch!
Tot zu sein ist komisch!
Sein Geschwätz und sein Benehmen
Als er lebte war’n zu schämen
Doch als Leiche riecht er bloss
Sonst hält er sich tadellos!

Chagal richtet sich auf. Da Magda in eine andere Richtung sieht, bemerkt sie es zunächtst nicht.

Er war mir lästig in meinem Bett
Jetzt denk ich plötzlich: er war doch ganz…
Ah…iiih!

Magda hat bemerkt, das Chagal sich aufgesetzt hat. Entsetzt greift sie nach dem Kruzifix und hält es Chagal entgegen.

Chagal (kichernd):Geh, was denn?!
Das wirkt nicht! Ich bin ein jüdischer Vampir!

Chagal packt Magda, die sich vor Schreck nicht bewegen kann. Er beisst sie in den Hals. Danach stösst er einen wolfsartigen Lustschrei aus und wischt sich genüsslich das Blut vom Mund.
Erschrekt stellt er fest, dass Magda tot ist. Er hört Schritte. Um seine Tat zu verbergen, trägt er die Leiche zum dem Tisch, auf dem er zuvor selbst gelegen hat. Er deckt das Tuch über sie. In diesem Moment kommen Professor Abronsius und Alfred in die Wirtsstube herunter. Chagal versteck sich unter dem Tisch.

Abronsius (zu Alfred):Tasche!

Alfred öffnet nervös die mitgebrachte Tasche, der Professor Abronsius den Hammer und einen scharf angespitzen Holzpflock entnimmt.
Professor Abronsius drückt Alfred den Hammer in die Hand.

Abronsius (zu Alfred):Also, wann schlägst Du zu?
Alfred:Auf drei!?!
Abronsius:Gut, Und wo liegt das Herz?
Alfred:Zwischen der sechsten und der siebenten…
Abronsius:Rippe!
Alfred:Rippe
Abronsius:Richtig! Komm!

Professor Abronsius beugt sich über die verdeckte Gestalt auf dem Tisch und tastet nach der richtigen Stelle, Zu seinem Erstaunen fühlt er einen weichen Busen. Er blickt Alfred überrascht an.
Dann zieht er das Tuch von Magdas Gesicht. Auf den ersten Blick sieht er die kleine Löcher das Vampirgebisses an ihrem Hals.

Abronsius:Aahh gebissen! Das war Chagal! Wir hätten ihm gleich den Pflock durchs Herz stossen müssen!
Alfred:Aahh! Gebissen… Chagal!

Von Panik ergriffen verlässt Chagal sein Versteck und versucht zu fliehen. Alfred und Professor Abronsius jagen ihn. Schiesslich stellt Alfred dem vorbeilaufenden Chagal ein Bein. Chagal stürzt zu Boden. Professor Abronsius und Alfred beugen sich über den auf dem Rücken liegenden Chagal. Professor Abronsius setzt Chagal den Pflock auf die Brust.

Abronsius:Eins, Zwei, Drei.

Mit einem Blick fordert er Alfred auf, mit dem Hammer auf den Pflock zu hauen. Doch Alfred is wie gelähmt.

Drei!!! Drei!!!

Chagal benutzt den Aufschub dazu, um Gnade zu betteln.

Chagal: Bitte einzuhalten!
Mir das Herz zu spalten
Wär barbarisch
Ich versprech
Ich leb von nun an
Vegetarisch!

Alfred:Herr Professor
Chagal:Ich bin nur ein Opfer!
Alfred:Vielleicht zeigt er uns den weg zu ihr!
Abronsius:Welchen Weg zu wem?
Alfred:Zu seiner Tochter!
Chagal (greift eilfertig auf den Vorschlag auf):Gut, ich geh voraus, sie folgen!
Alfred: Sie hören es, er führt uns hin
Wie gut, dass wir ihn trafen
Bestimmt entdecken wir durch ihn
Das Schloss von diesem Grafen!

Professor Abronsius lässt den Pflock sinken. Chagal bezeugt gestenrech Diensteifer.

Blackout.

Verwandlung.

Durch die Wildnis zum Schloss

Durch die tiefverschneite Wildnis huscht Chagal, in einigem Abstand folgen Professor Abronsius und Alfred. Auf einmal ist Chagal spurlos verschwunden. Professor Abronsius und Alfred halten vergebens Ausscha nach ihm. In Hintergrund sieht man die Silhouette eines phantastischen Schlosses. Professor Abronsius und Alfred verschwinden hinter einem Hügel. Das vor Nebelschleiern un Schneeflocken umhüllt Schloss is plötzlich ganz nah. (Projection).

Lichtwechsel.

Verwandlung.

1. Akt, Szene 10: PLATZ VOR DEM SCHLOSSTOR

Inzwischen ist die Wolkendecke aufgerissen. Der Mond beleuchtet das riesige Tor und die Fassade von Krolocks Scholss. Man hört von den Balkoen und Säulen des Zuschauerraums Stimmen.

Vor dem Schloss

Vampire: Seit bereit!
Es sieht ganz so aus als wär die Warterei endlich vorbei
Seit bereit!
Leben kommt ins Haus seit Wochen nichts und jetzt sind es gleich zwei
Seit bereit!
Endlich eine neue erfreuliche, abscheuliche Ruchlosigkeit
Seit bereit!
Es ist soweit es gibt was zu beissen für den Zahn… der Zeit
Seit bereit!
Endlich ein Besuch mit Lebensart: zwei Herren mit Niveau
Seit bereit!
Sonst trotten nur Bauern her mit Dreck am Hals und dumm wie Bohnenstroh
Seit bereit!
Endlich eine schicke entzückende, bedrückende Perversität
Seit bereit!
In kurzer Zeit es gibt’s was zu beissen für den Zahn…

Aus der Zuschauerraum treten Professor Abronsius und Alfred auf. Professor Abronsius betrachtet die Fassade. Er befiehlt Alfred, durch das unter offene Gitter des ässeren Schlosstor zu kriechen. Alfred ist gerade dabei, dies zu tun, als das Gitter hochfährt. Er schreckt zurück. Aus dem Schlosshof tritt Graf von Krolock auf.

Wohl der Nacht

Graf von Krolock: Wohl der Nacht
Die mir die Freude macht Besucher herzuführ’n
Meine Herrn
Ich sehe Gäste gern, Sie müssen sich nicht zier’n…

Die Furcht ist mein Mantel
Die Nacht mein Revier
Ich bin Graf von Krolock
Dieses Schloss gehört mir

Wohl der Nacht
Die uns bewahrt davor das hässliche zu sehn
Sie rührt sacht
An dunkle Träume und lässt Totes auferstehn!
Folgt mir nach
In meine Dunkelheit, um nie mehr fortzugehen

Denn wer sich aus freien stücken zu mir gesellt
Soll Antwort erhalten auf Fragen die er mir Stellt
Ich weihe euch ein ins Mysterium meiner Welt

Müde von der Einsamkeit ersehne ich Besuch
Zukunft ist Vergangenheit und Gegenwart ist Fluch

Endlos ist das Meer der Zeit
Doch man kann nur am Ufer leben
Von der Krankheit der Traurigkeit
Kann es keine Erlösung geben

Um nicht den Argwohn des Grafen zu wecken, spielt Professor Abronsius einen harmlosen Tourister, der sich für Architektur interessiert. Musik untermalt den folgenden Dialog.

Abronsius: Nichts für Ungut, Exzellenz. Wir sind rein zufällig hier vorbeigekommen und wollten eben nur einen kurzen Blick auf ihr prächtiges Anwesen werfen. Spätes 13. Jahrhundert wenn ich nicht irre.
Graf von Krolock: Ah ich sehe. Ein Mann von Bildung. Mit wem hab ich das Vergnügen?

Professor Abronsius überreicht Graf von Krolock seine Visitenkarte.

Abronsius:Professor Abronsius, aus Königsberg
Graf von Krolock:Der Professor Abronsius?
Abronsius (geschmeichelt): Sie haben von mir gehört?
Von Krolock: Ich las ihr Buch Die Fledermaus. Genial! Ich war gefangen.
Abronsius: Das freut mich denn bei mir zu Haus werd ich meist übergangen!
Logik, Logik! Wer würdigt schon die Logik?
Graf von Krolock:Sie müssen mir ihr Buch signiern, und lange, lange bleiben.
Abronsius:Ja gern. Ich kann auch hier studiern und Forschungen betreiben!
Graf von Krolock:Wer ist dieser Jüngling? Gewiss ein Student.
Abronsius:Alfred, er assistiert mir!
Graf von Krolock:Brav, Alfred, Kompliment!

Herbert tritt auf.

Graf von Krolock: Dies ist mein Sohn Herbert
Er freut sich bestimmt
Ihr werdet bald Freunde sein

Herbert ist offenbar fasziniert von Alfred.

Herbert:Endlich jemand, der mir die Langeweile nimmt!…

Herbert führt Alfred durch das äussere Tor in den Schlosshof. Professor Abronsius und Graf von Krolock folgen.
Von inneren Schlosshof führt ein Portal ins Schloss. Zwischen den offenen Türflügeln wartet Koukol mit einem Kerzenleuchter in der Hand.

Graf von Krolock:Koukol!

Koukol kommt zu Graf von Krolock gelaufen, der ihn einen braven Hund krault. (Wieder zu Professor Abronsius und Alfred:)

Graf von Krolock:Koukol wird sie auf ihr Zimmer führen!
Abronsius:Pardon, Exzellenz. Ich vergass ganz wie Spät es schon ist. Sie müssen müde sein!
Graf von Krolock:Ich bin ein Nachtvogel! Tagsüber nicht zu gebrauchen

Mit einer Verbeuging verabschiedet sich Professor Abronsius von Graf von Krolock und verschwindet im Schloss. Herbert ist nicht mehr zu sehen. Alfred nimmt die Tasche und geht auf das Sclossportal zu, um dem Professor zu folgen. In diesem Moment hört er den Grafen seinen Namen rufen.

Graf von Krolock:Alfred! Vermisst du nicht etwas?

Erschrocken dreht Alfred sich um. Graf von Krolock streckt die Hand aus, um Alfred etwas zu zeigen.

Alfred:Mein Schwamm!!

Alfred will nach dem Schwamm greifen, doch Graf von Krolock zieht die Hand zurück.

Wohl der Mann

Graf von Krolock: Wohl dem Mann
Der seine Jugend nutzt und neue Wege wagt
Wohl dem Mann
Der seinem Herz folgt und nicht Professoren fragt!
Denn nur dann
Wenn du erwachsen wirst, bleibt dir kein Traum versagt

Wer jung ist wie du und interessiert
Braucht keinen senilen Narr’n der ihn kommandiert
Und überhaupt nicht versteht was dich fasziniert

Ich weiss was du Fühlst und denkst
Ich kann dein Sehnen spür’n
Wenn du mir dein Vertrauen schenkst

Graf von Krolock gibt Alfred den Schwamm.

Alfred:Dieser Schwamm ist für mich sehr viel wert!
Graf von Krolock:Ich versteh!
Alfred:Ich bekam ihn…
Graf von Krolock:Das Ziel deiner Sehnsucht ist dir näher als je!
Alfred:Tatsächlich!
Graf von Krolock:Vertrau mir!
Im Traumland der Nacht
Herrsche ich als Magier
Der Wunder möglich macht!

Sink mit mir ins Meer der Zeit
Lern von mir, was es heisst zu Leben
Spür das Glück, der Traurigkeit
Fühl die Wohllust dich aufzugeben!

Such mit mir den schwarzen Gral
Ich lehr dich was es heisst zu lieben
Lös die Fesseln der Moral!
Folge deinen verborgnen Trieben!

Denn liebst Du dieses Leben
Wird deine Liebe Leben sein!!
Und dich befrein!!

Alfred geht durch das Portal in das Schloss und verschwindet.

Graf von Krolock folgt. Während sich das Portal hinter ihm schliesst, dreht er sich noch einmal um. In seinem Blick liegt Triumph.

Mit dumpfen Dröhnen schliesst sich die Tür.

Blackout. Vorhang.

Ende des ersten Aktes.

2. Akt, Szene 1: SCHLOSSHALLE

In derselben Nacht, später. Sarah hat ihr Zimmer verlassen. Langsam kommt sie die Treppe herunter, die in die Halle von Graf von Krolocks Schloss führt. An den Wänden hängt die gräfliche Ahnengalerie. Sarah bewegt sich wie in Trance. Aus dem Nirgendwo hört man die Vampire singen.

Totale Finsternis

Stimmen der Vampire: Glänzende Augen
Glänzendes Haar
Schlaflos vor Neugier, und blind für die Gefahr!
Blutrot!

Lippen und Wangen
Aufrecht wie Samt
Bildschön und weiblich, verderblich und verdammt!
Sterblich!…

Die Ahnen auf den Porträts an den Wänden werden lebendig. Raunend singen sie…

Ahnen:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht fühl ich mich einsam und traurig, doch ich weiss nicht, was mir fehlt

Auf der anderen Seite der Halle erscheint die dunkele Gestalt des Grafen von Krolock auf den obersten Stufen der Wendeltreppe.
Sarah sieht ihn zunächst nicht.

Ahnen:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht hab ich phantastische Träume, aber wenn ich aufwach, quält mich die Angst
Ahnen:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht lieg ich im Dunkeln und warte, doch worauf ich warte ist mir nicht klar!
Graf von Krolock:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht spür ich die unwiderstehliche Versuchung einer dunklen Gefahr

Ahnen:Sei bereit Sternkind
Sarah:Ich hör eine Stimme die mich ruft
Ahnen:Sei bereit Sternkind
Sarah:Ich kann eine Stimme hörn

Ahnen:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht fühl ich die Macht eines Zaubers der mich unsichtbar berührt
Ahnen:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht bin ich so hilflos und wünsch mir es käm einer, der mich führt und beschützt
Ahnen:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht kann ich es nicht mehr erwarten, ich will endlich eine Frau sein und frei
Ahnen:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht möcht ich Verbot’nes erleben, und die Folgen sind mir ganz einerlei

Ahnen und Graf von Krolock:Sei bereit Sternkind
Sarah:Ich hör eine Stimme die mich ruft
Ahnen und Graf von Krolock:Sei bereit Sternkind
Sarah:Ich spür eine Sehnsucht die mich sucht…

Graf von Krolock: Sich verliern heisst sich befrein
Du wirst dich in mir erkennen
Was du erträumst wird Wahrheit sein
Nichts und niemand kann uns trennen

Tauch mit mir in die Dunkelheit ein!
Zwischen Abgrund und Schein
Verbrennen wir die Zweifel und vergessen die Zeit
Ich hüll dich ein in meinen Schatten und trag dich weit

Du bist das Wunder, das mit der Wirklichkeit versöhnt
Sarah: Mein Herz ist Dynamit das einen Funken ersehnt

Graf von Krolock und Sarah: [Du bist/Ich bin] zum Leben erwacht!
Die Ewigkeit beginnt heut Nacht!
Die Ewigkeit beginnt heut Nacht!

Sarah: Ich hab mich gesehnt danach mein Herz zu verlieren
Jetzt verlier ich fast den Verstand
Totale Finsternis
Ein Meer von Gefühl und kein Land

Einmal, dachte ich, bricht Liebe den Bann
Jetzt zerbricht sie gleich meine Welt
Totale Finsternis
Ich falle und nichts was mich hält…

Ahnen und Graf von Krolock:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht denk ich ich sollte lieber fliehn vor Dir solang ich es noch kann
Ahnen und Graf von Krolock:Sei bereit!
Sarah:Doch rufst Du dann nach mir bin ich bereit, dir blind zu folgen, selbst zur Hölle würd ich fahren mit Dir
Ahnen und Graf von Krolock:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht gäb ich mein Leben her für einen Augenblick in dem ich Dir ganz gehör
Ahnen und Graf von Krolock:Sei bereit!
Sarah:Manchmal in der Nacht möcht ich so sein, wie Du mich haben willst und wenn ich mich selber zerstör

Ahnen und Graf von Krolock:Sei bereit Sternkind
Sarah:Ich hör eine Stimme die mich ruft
Ahnen und Graf von Krolock:Sei bereit Sternkind
Sarah:Ich spür eine Sehnsucht die mich sucht

Graf von Krolock und Sarah: Sich verliern heisst sich befrein
[Du/Ich] wirst dich in [mir/dir] erkennen
Was [du erträumst/ich erträum] wird Wahrheit sein
Nichts und niemand kann uns trennen

Tauch mit mir in die Dunkelheit ein!
Zwischen Abgrund und Schein
Verbrennen wir die Zweifel und vergessen die Zeit
[Ich hüll dich/Du hüllst mich] ein in [meinen/deinem] Schatten und [trag dich/trägst mich] weit!

Graf von Krolock: Du bist das Wunder das mit der Wirklichkeit versöhnt
Sarah: Mein Herz ist Dynamit das einen Funken ersehnt

Graf von Krolock und Sarah: [Du bist/Ich bin] zum Leben erwacht!
Die Ewigkeit beginnt heut Nacht!
Die Ewigkeit beginnt heut Nacht!

Sarah: Ich hab mich gesehnt danach mein Herz zu verlieren
etzt verlier ich fast den Verstand
Graf von Krolock und Sarah: Totale Finsternis
Ein Meer von Gefühl und kein Land

Sarah: Einmal, dachte ich, bricht Liebe den Bann
Graf von Krolock: Jetzt zerbricht sie gleich Deine Welt
Graf von Krolock und Sarah: Totale Finsternis
Wir fallen und nichts was uns hält
Graf von Krolock und Sarah: Totale Finsternis
Ein Meer von Gefühl und kein Land
Sarah: Totale Finsternis!
Ich glaub ich verlier den Verstand

Graf von Krolock is einen Moment lang versucht, Sarah in den Hals zu beissen, besinnt sich dann und schiebt sie sanft zurück.

Graf von Krolock: Nein! Es wär verkehrt den Kopf zu verlieren
Wir woll’n nicht vor der Zeit den Genuss ruinieren
Mit jeder Stunde des Wartens wird die Lust mehr entfacht
Ich lass Dich fühlen was dich unsterblich macht
Wenn wir zwei tanzen auf dem Ball morgen Nacht

Alles Licht konzentriert sich auf Graf von Krolock und Sarah, bis es plötzlich verlöscht.

2. Akt, Szene 2: SCHLAFZIMMER IM SCHLOSS KROLOCK

Auf der kaum erleuchteten Bühne sehen wir ein riesiges Himmelbett stehen. Professor Abronsius schläft friedlich schnarchend auf der einen seite. Auf der anderen wirft Alfred unruhig hin und her. Aus dem Nirgendwo klingt eine unwirkliche Stimme.

Carpe Noctem! — Fühl die Nacht!

Stimme: Folg mir nach, vertrau der Nacht!
Sie nur kann Deine Seele retten
Fluch dem Tag und seiner Macht!
Lös die Sehnsucht von allen Ketten

Folg mir nach, komm fühl die Nacht!
Wirklich ist nur, woran wir glauben
Flieh vor dem, was dich bewacht
Lass dir nicht deine Träume rauben…

Alfred quä’lt ein Alptraum, der sich zusehends materialisiert: Von überallher kommen Vampire. Sie kriechen über das Dach des Bettes, schleichen aus den Ecken, schweben von der Decke.

Vampire: Über Gräber und Ruinen werden Todesglocken hall’n
Und alle Teufel steigen hinauf und alle Engeln müssen fall’n
Wir sind hungrig auf Verbrechen, wir sehnen uns nach Blut
Wir leben nur für uns’re Gier und nähr’n mit Gift uns’re Brut

Die Welt im Tageslicht hat keinen jemals glücklich gemacht
Drum tauch ins Meer des Nichts wo’s immer dunkel ist und kühl
Und wenn Du von der Dunkelheit betrunken bist dann fühl—Fühl die Nacht!
Vampire Gruppe 1: Fühl die Nacht!

Vampire Gruppe 2: Dies irae Kyrie, Libera me Domine!
Dies irae Kyrie, Requiem da Domine!
Dies irae Kyrie, Libera me Domine!
Dies irae Kyrie, Requiem da Domine!
Dies irae Kyrie, Libera me Domine!
Dies irae Kyrie, Requiem da Domine!
Exultate Kyrie! Pie Agne Domine!
Dies irae Kyrie, Sanctus Sanctus exultate!
Dies irae Kyrie, Libera me Domine!
Dies irae Kyrie, Requiem da Domine!

Vampire Gruppe 1 (gleichzeitig): Fühl die Nacht! Und lass’ sie nie vorübergehn
Fühl die Nacht! Komm schliess’ Deine Augen um zu sehn
Fühl die Nacht! Was Dir bestimmt ist muss geschehen
Fühl die Nacht! Komm schliess’ Deine Augen um zu sehn
Fühl die Nacht!
Fühl die Nacht!
Fühl die Nacht! Sei frei!

Die folgende Tanzsequenz stellt die Initiation von Sarahs Ebenbild dar. Ein eindrucksvoll agierender Adjutantes des Grafen umwirbt und entführt sie. Alfred wird selbst in seinen Alptraum hineingezogen. Er will eingreifen, doch kann die vermeintliche Sarah nicht erreichen.

Vampire: Aus den Gräbern und Ruinen werden Tote auferstehn
Und alle ängste werden wahr und alle Hoffnung muss vergehn
Uns’re Ordnung ist das Chaos, verändern heisst zerstör’n
Wir wollen leben für die Gier und zu den Raubtier’n gehör’n

Die Welt im Tageslicht hat keinen jemals glücklich gemacht
Drum tauch ins Meer des Nichts wo’s immer dunkel ist und kühl
Und wenn Du von der Dunkelheit betrunken bist dann fühl—Fühl die Nacht!
Vampire Gruppe 1: Fühl die Nacht!

Alfred taumelt zum Bett zurück un legt sich wieder hin.

Vampire Gruppe 2: Dies irae Kyrie, Libera me Domine!
Dies irae Kyrie, Requiem da Domine!
Dies irae Kyrie, Libera me Domine!
Dies irae Kyrie, Requiem da Domine!
Dies irae Kyrie, Libera me Domine!
Dies irae Kyrie, Requiem da Domine!
Exultate Kyrie! Pie Agne Domine!
Dies irae Kyrie, Sanctus Sanctus exultate!
Dies irae Kyrie, Libera me Domine!
Dies irae Kyrie, Requiem da Domine…

Vampire Gruppe 1 (gleichzeitig): Fühl die Nacht! Und lass’ sie nie vorübergehn
Fühl die Nacht! Komm schliess’ Deine Augen um zu sehn
Fühl die Nacht! Was Dir bestimmt ist muss geschehen
Fühl die Nacht! Komm schliess’ Deine Augen um zu sehn

Vampire Gruppe 3 (gleichzeitig): Carpe noctem! Carpe noctem!
Carpe noctem! Carpe noctem!
Carpe noctem! Carpe noctem!
Carpe noctem! Carpe noctem!

Vampire Gruppe 1: Fühl die Nacht! Und lass’ sie nie vorübergehn
Fühl die Nacht! Komm schliess’ Deine Augen um zu sehn
Fühl die Nacht! Was Dir bestimmt ist muss geschehen
Fühl die Nacht! Komm schliess’ Deine Augen um zu sehn…

Alle Vampire: Folg mir nach vertrau der Nacht!
Sie nur kann Deine Seele retten
Fluch dem Tag und seiner Macht!
Lös die Sehnsucht von allen Ketten

Folg mir nach komm fühl die Nacht!
Wirklich ist nur woran wir glauben
Flieh vor dem was Dich bewacht
Lass Dir nicht Deine Träume rauben!

Die Vampire verschwinden. Die Musik endet Ein Hahn kräht. Die Tür zum Schlafzimmer öffnet sich. Eine Turmuhr schlägt.

Verwandlung.

Koukol schlurft, einen Frühstückswagen vor sich herschriebend, in das Zimmer. Er öffnet den schweren Vorhang vor dem Fanster. Licht flutet herein. Alfred erwacht. Benommen von seinem Alptraum richtet er sich auf, ohne Koukol zu bemerken. Professor Abronsius schläft noch fest.

Ein perfekter Tag

Alfred: Ein böser Traum, ein schlimmer Traum
Ein Glück, dass es nicht wahr ist
Das Gute siegt, ich zweifle kaum
Auch wenn mir noch nicht klar ist
Wie und was und wer und wo und wann?
Wie und was und wer und wo und wann?

Er sprach von ihr
Also ist sie hier
Heut oder nie finde ich zu ihr

Alles wird gut, Heute ist ein perfekter Tag
An dem man tut was nur Helden gelingen mag
An einem Tag wie heut geht man Feuer
Man findet Gold und besiegt Ungeheuer

Alfred schliesst noch einmal die Augen en denkt an Sarah.

Heute scheint mir halb so schwer
Was mich gestern noch mutlos machte
Denn ich fühle mehr und mehr
Ihre Nähe seit ich erwachte

Alfred betrachtet das Frühstückstablett. Er stellt sich vor, dass Sarah im Zimmer ist.

Wie kam dieses Frühstück her?
Kann es sein, dass es Sarah brachte?
Jemand kam, oh ja ich hör…

Als er sich umdreht und die Augen öffnet, steht Koukol direkt vor ihm.

Koukol:Grhhaaach!
Alfred (ebtsetzt):Hah!

Koukol wirft Alfred einen verächtlichen Blick zu, spuckt aus und verschwindet.
Professor Abronsius ist aufgewacht, Im Nachthemd, das wirre Haar unter einer Nachthaube, setzt er sich auf und streckt, dehnt und kratzt sich. Offensichtlich hat er hervorragend geschlaffen. Er fordert Alfred mit einer Gest auf, uhm das Frühstück zu servieren, was dieser macht.

Abronsius: Ein weiches Bett, ein ruhiges Heim
Erfrischen Geist und Glieder!
Ein Tässchen Tee, ein Haferschleim
Und schon erfüllt mich wieder
Logik, Logik und Drang zur Pädagogik!

Professor Abronsius schlürft seinen Tee. Alfred steht neben dem Bett und löffelt im Stehen seien Haferbrei.

Alfred: Herr Professor, er hat gesagt: Das Ziel deiner Sehnsucht ist dir näher als je.
Sarah muss hier irgendwo im Schloss sein!
Abronsius:Ganz schön abgebrüht, der Bursche
Alfred:Wer?
Abronsius:Na, der Graf! Will uns vergackeiern!
Alfred:Der Graf…
Abronsius:…hätte fast sein Inkognito verraten!
Er nannte sich Nachtvogel, nutzlos bei Tag
Bleibt nur noch die Frage: wo ist sein Sarkophag?
Alfred (verschluckt sich vor Schreck):Sein Sarkophag?
Abronsius:Na der Sarg, in dem er tagsüber liegt
Alfred:Sie meinen, in einem Grab?
Abronsius: Nicht in einem Grab, Junge. Ein Graf ruht in einer Gruft!
Jedes Schloss hat so eine!
Wir wollen uns gleich auf die Suche danach Machen!
Alfred:Was? Gleich?
Abronsius: Selbstverständlich gleich!
Der Tag ist ja wie geschaffen zum Gruf suchen!

Abronsius springt auf und veranlasst Alfred, die Exkursion vorzubereiten.

Abronsius: Alles wird gut, Heute ist ein perfekter Tag
Alfred: …an dem man tut was nur Helden gelingen mag
Beide: An einem Tag wie heut geht man durch Feuer
Man findet Gold und besiegt Ungeheuer

Blackout.

Die Musik spielt während der Verwandlung untermalend weiter. Der fröhliche Klang der Melodie wird zunehmend unheimlich, da er sich in den Gewöben des Schlosses mit einem dumpfen Echo vermischt.

2. Akt, Szene 3: DER GRUFT

Koukol schiebt einen Fichtensarg in die Gruft, zu der Professor Abronsius und Alfred hinabsteigen über Brücken und Stege.

Abronsius:An so einem Tag
Alfred:An so einem Tag
Abronsius: …erklärte Newton die Physik An so einem Tag
Alfred:An so einem Tag
Abronsius:…schrieb Mozart seine "Nachtmusik"
Alfred:An so einem Tag
Abronsius:…kam mit einem Schlag Kolumbus auf den Eiertrick
Alfred:Und Ikarus dachte, er könnte fliegen
Abronsius:Und Daniel ist die Grube gestiegen

Alfred: Wäre es in diesem Keller nur ein wenig heller
Folgte ich voll Zuversicht meiner Pflicht
Wär’ die Gruft nicht so abscheulich
Und der Duft nicht greulich
Wär’ ich unerschütterlich
Aber so geb’ ich zu: ich fürchte mich!

Abronsius: Da unten, da stehen nicht zu übersehen
Die Ziele unserer Mission
Wie ich es ersehn’, hier runter zu gehen
Zum Zweck genau’rer Inspektion

Alfred:Was muss jetzt gescheh’n?
Abronsius:Was muss jetzt gescheh’n?
Abronsius und Alfred:Aktion gemäss der Instruktion
Alfred:Wir sollten es üben und es verschieben!
Abronsius:Dies ist die Stunde! Jetzt oder nie!

Sie haben die Gruft erreicht. Von einer Ballustrade sehen sie hinunter. Zwei Prunksärge stehen auf Podesten. Auf dem Boden daneben befindet sich ein gros gezimmerter Fichtensarg.

Alfred:Pssst!
Abronsius: Wunderbar, wir klettern jetzt da hinunter
Alfred:Was? Da hinunter?
Abronsius:Selbstverstänlich! Schnustracks. Du zuerst
Alfred:Ich?
Abronsius:Ja. Tasche!
Alfred:Tasche
Abronsius:Runter!
Alfred:Runter?
Abronsius:Runter!

Alfred klettert in die Gruft. Professor Abronsius wirft die Tasche hinunter. Sie schlägt dröhnend auf dem Steinboden auf.

Abronsius: Pssst! Willst du, dass der Bucklige uns hört?
Still da unten!
Achtung, jetzt komm’ ich

Professor Abronsius will in die Tiefe springen. Alfred will ihn abhalten.

Alfred:Was? Nein! Nein! Nein!

Bei dem Versuch zu springen, verhackt sich Professor Abronsius im Geländer.

Abronsius: Ich häng’ fest
Ja so hilf’ mir doch, Junge!

Alfred bekommt den Fuss von Professor Abronsius zu fassen. Er versucht, Professor Abronsius zu befreien, indem er an ihm zerrt. Dabei zieht er ihm aber nur den Schuh aus. Die Musik untermahlt und illustriert das Keuchen und Stöhnen der Beiden. Schliesslich gibt Alfred auf. Die Untermalungmusik geht weiter.

Abronsius: Aaah! Aber doch nicht so! Ach, so geht es nicht
Du wirst es allein machen müssen
Alfred (in Panik):Allein?
Abronsius: Ja, stell’ dich nicht so an!
Du musst ihnen die Herzen durchstossen
Alfred: Die… die… die Herzen durchstossen?
Professor, nein, alles nur das nicht!
Abronsius:Sei kein Waschlappen! öffne die Särge!
Alfred:Die Särge?
Abronsius:Denk’ an Chagals Tochter. Den Deckel weg!

Alfred öffnet den ersten der Särge, doch mit abgewendeten Augen.

Abronsius:Wer liegt drin?

Alfred wagt einen Blick in den Sarkophag.

Alfred:Seine Exzellenz!
Abronsius:Gut! Jetzt der andere!

Alfred deckt den zweiten Sarkophag ab. Er sieht hinein.

Abronsius:Wer ist es?
Alfred:Der Sohn!
Abronsius:Jetzt schnell zur Tasche!
Alfred:Zur Tasche…
Abronsius:Nimm den Hammer und einen Pflock raus!
Alfred:Und einen Pflock
Abronsius:Brav. Und zuerst schnell rauf zum Graf
Alfred:Zum Grafen
Abronsius:Jetzt setzt du den Pflock
Alfred (mechanisch): Zwischen… zwischen…
Zwischen die sechste und… und die siebente
Abronsius:Rippe!
Alfred:Rippe!
Abronsius:Richtig, Beeil’ dich!

Mit geschlossenen Augen hält Alfred den Pflock über den offenen Sarg - mit den Spitze nach oben.

Abronsius: Aber doch nicht so! Pass doch auf!
Schau hin, du Dummkopf, andersrum. Los jetzt. Eins, zwei, drei!

Alfred dreht den Pflock um, setzt ihn auf un hebt den Hammer. Aber er bringt es nich über sich zuzuschlagen.

Abronsius:Donnerwetter drei! Drei!

Professor Abronsius erregt sich vergebens. Alfred lässt den Hammer ze Boden fallen.

Alfred:Ich kann das nicht
Abronsius:Meuterei! Schämst du dich denn gar nicht?
Alfred:Oh ja, aber ich kann das trotzdem nicht. Barmherziger!
Abronsius:Ach, es hat keinen Sinn mit dir. Komm’ wieder rauf!
Sapperlott, alles muss man selber machen!

Erleichert wift Alfred Pflock und Hammer in die Tasche und klettert flink die Mauer hinauf, während der Professir vor sich hin brabbelt.

Abronsius: Ein Jammer ist das mit der heutigen Jugend kein Mumm mehr in den Knochen. Lasch und verweichlicht. Nicht mehr in der Lage, sich am Riemen zu reissen wenn es ums Ganze geht. Komm’ rauf und zieh’ mich wieder hoch.
Träumst du, oder was? Trödel’ nicht rum! Glaubst du, es macht Spass, hier ewig zu hängen?
Also, eins muss ich dir schon sagen, mein Junge: In der Theorie bist du ja schon recht brav, aber in der Praxis hapert es noch gewaltig. Ja so hilf mir wenigstens hoch, oh Lümmel!

Alfred:Ach Professor

Im Nu hat Alfred den Professor befreit.

Abronsius: Kehrt marsch marsch. Suchen wir halt einen anderen Weg. Du wirst noch viel üben müssen bis du mal in meine Fussstapfen treten kannst. Das war heute eher eine Blamage mit dir. Das muss ich dir leider schon sagen

Beide gehen ab. Einen Moment lang ist es still. Dann hören wir ein Geräusch aus dem Innern des Fichtensargs. Der Deckel bewegt sich und wird von innen weggeschoben. Aus der Sarg kriecht Chagal. Er reckt und streckt sich. Dann klopft er mit der flachen Hand gegen das Holz.

Chagal:Schluss jetzt mit dem Schlummern!

Als er ein zweitesmal gegen das Holz haut, diesmal mit den Stiefeln, taucht Magda aus dem Sarg auf, mit zerwühlten Haaren und sehr verschlafen.

Magda:Was soll das Gebummer?
Chagal:Hast du den Ball vergessen? Zeit zum Aufstehen!
Magda:Du spinnst. Es ist grad erst Mittag. Da, schau! Die Sonne!
Chagal:Ah. Dann schlafen wir noch eine Runde zusammen

Lüstern kichernd leckt sich Chagal die Lippen

Geil zu sein ist komisch

Magda:Du solltest dich was schämen, Chagal!
Chagal:Ich? Warum?
Magda:Mir in den Hals beissen, mein Blut saugen
Chagal:Meine Gute

Warum soll ich denn dein Blut nicht saugen?
And’re saugen schliesslich auch an mir
Ob mit Zähnen oder Engelsaugen
Jeder Mensch ist nur eine Säugetier

Was fast jeder tut ist doch kein Laster
Wer mal Blut geleckt hat möchte mehr
Mehr Vergnügen, mehr Erfolg, mehr Zaster
Stets ist jeder hinter jedem her

Wer nicht zerschlissen werden will
Der lernt, sich durchzubeissen
Wer nicht beschissen werden will Muss andere bescheissen

Darum saug’ dir Mut an
Etwas frisches Blut kann
Dir nicht schaden
Mir nicht schaden
Saug dich satt anstatt zu klagen

Magda fällt aus dem Sarg. Von dem Lärm alarmiert, erscheint Koukol in der Gruft.

Magda: Als ich noch lebte fand ich dich fies
Seit du an mir saugst find ich dich beinah’ süss
Geil zu sein ist komisch
Geil zu sein ist komisch

Dein Gezerr’ an meinem Mieder
Und deine Gier war’n mir zuwider
Jetzt ersehn ich deinen Kuss
Dreimal täglich ist ein Muss
Aaah… ah…

Koukol hat zunächtst die Prunksärge geschlossen. Jezt wendet er sich Chagal und Magda zu.

Chagal: Was ist dabei? Jeder saugt jeden aus
Das ist das Gesetz dieser Welt
Jeder nimmt sich von jedem das was ihm nützt und gefällt
Wenn es kein Blut ist, ist es Liebe oder Geld

Koukol hat inzwischen Magda und Chagal wieder in ihren Sarg zurückgejacht. Aus dem Innern hört man sie weitersingen…

Chagal und Magda (gedämpft): Was ist dabei? Jeder saugt jeden aus
Das ist das Gesetz dieser Welt
Jeder nimmt sich von jedem das was ihm nützt und gefällt
Wenn es kein Blut ist, ist es Liebe oder Geld

Koukol schiebt den Sarg weg. Um Ruhe zu schaffen, haut er auf den Deckel, doch Magda und Chagal singen weiter.

Chagal und Magda (gedämpft): Man wär’ gern gut
Jedoch der inn’re Schweinehund ist viel zu stark
Man wär’ gern würdevoll zumindestens im Sarg
Jedoch die Geilheit siegt denn schliesslich ist der Mensch
Ein Säugetier!

Koukol wird zornig. Ein Fusstritt gegen das Holz lässt den Gesang endlich verstummen. Brummend schiebt er den Sarg aus der Gruft.

Er wirdt dunkel. Verwandlung.

2. Akt, Szene 4: BIBLIOTHEK

Am selben Tag, etwas später. Professor Abronsius und Alfred haben die Schlossbiblithek entdeckt. Professor Abronsius ist berauscht von der Bücherschätzen, die er mit Kennerblick inspiziert.

Abronsius: Bücher, Bücher! Hunderttausend Bücher!
Alfred: Aber, aber Herr Professor!
Wir müssen Sarah finden, bevor es Dunkel wird!

Abronsius: Aristoteles, Empedokles, Aeneas, Parmenides
Und Nikomachos, Diogenes, Androchos, Maimonides
Schon beim riechen
Spürn wir die Weisheit der Griechen

Alfred:Sie wartet hier irgendwo…

Abronsius: Mark Aurel und Augustinus, Tacitus, Tibull, und Plato
Peregrinus und Aqunus, Caesar, Cicero und Cato
Schon beim tasten
Wird man zum Enthusiasten

Alfred:Er hält sie gefangen!

Abronsius: Bei Kant kann sich der müde Geist am reinen Denken laben
Aber wenn der Autor Hegel heisst wird man am Weltgeist traben
Deutscher Tiefsinn auf Papier gedruckt und alles Erstausgaben!
Nur erbauliches wohin man kuckt, ein Leben ohne Bücher wär Tortour!

Alfred:Herr Professor, wir haben keine Zeit mehr!

Abronsius: Spinoza und Kopernikus und alle Humanisten
Paracelsius, Leibniz, Crusius, die frühen Occulisten
Hume und Locke und Hobbes und Mendelssohn, Moral- und Kausalisten
Und Descartes, Montaigne und Hamilton und andere Erforscher der Natur

Alfred:Es wird bald dunkel werden! Und…

Abronsius (in der Bibliothek verschwindend): William Shakespeare, Humbold, Eckhart, Moliere und Macchiavelli
Und Erasmus, Schelling, Kierkegard, Hans Sachs und Mary Shelly
La Fontaine, Tagore, Plinius, Da Gama, Bottecelli
Herder, Marlowe, Poe und Livius in Leder, Leine, Pappe und Broschur

Irgendwo im Schloss sing Sarah. Doch Professor Abronsius ist bereits im Inneren der Bibliothek verschwunden.

Sarahs Stimme:Ah-ah-ah…
Alfred:Sarah?

Alfred lauscht. Dann eilt er davon. Die Musik spielt untermalend weiter.

Verwandlung.

2. Akt, Szene 5: BADEZIMMER

Der Stimme nachgehend gelangt Alfred in ein prächtiges Badezimmer. Ein vorhang verdeckt den Blick auf die Badewanne. über einem Stuhl hängt ein glizerndes Ballkleid.

Sarahs Stimme:Ah-ah-ah…

Alfred sieht sich um. Sarah hört auf zu singen. Hinter dem Vorhang hört man Wassergeplätscher. Und gleich darauf wieder…

Sarahs Stimme:Ah-ah-ah…

Alfred öffnet den Vorhang. Dahinter sitzt Sarah in einer kunstvoll verzierten Badewanne. Die Situation ähnelt der, in der Alfred und Sarah sich zum erstenmal begegebt sind.

Alfred:Sarah!
Sarah (beinahe enttäuscht):Ach… du bist es!

Alfred: Gottseidank, Du lebst!
Keine Angst jetzt bin ich da!
Dir wird nichts geschehn
Ich werde dich befrein!

Sarah: Höflich ist das nicht
Schliesslich bin ich eine Dame!
Mich zu überraschen
Wenn ich bade ist nicht fein!

Alfred: Sarah sag mir wie’s dir geht!
Hat er dich verletzt?
Komm ich schon zu spät?
Sarah:Heute Nacht ist Tanz!
Alfred:Du musst mit mir fliehn!
Sarah:Rat mit wem ich tanz!
Alfred:Bleib nicht hier!
Sarah:Ich will es dir sagen!
Alfred:Bald wird es dunkel!
Sarah:Mit dem Herrn Grafen
Alfred:Er ist verschlagen!

Sarah: Wie gefällt dir mein Kleid für den Ball ?
Der Herr Graf schenkt mir prächtige Sachen!
Er verwöhnt mich, weil ich ihm gefall!
Wenn Papa kommt, wird er Augen machen!

Alfred:Wir müssen fort!
Sarah:Wärst Du nicht gern dabei?
Alfred:Die Zeit läuft ab!
Sarah:Einen Tanz hätt ich frei!
Alfred:Ich beschwör dich komm mit
Sarah:Frag mich morgen nochmal!
Alfred:Begreif doch ich mein’s gut mit dir
Sarah:Der Graf tanzt heut Nacht nur mit mir!
Alfred:Willst Du denn nicht mehr nach Haus?
Sarah:Dreh dich jetzt um, ich komm raus!

Alfred dreht sich um und geht langsam nach vorne. Der Vorhang geht zu. Lichtwechsel.

Für Sarah

Alfred: Aus dem Schweigen der Nacht
Steigen dunkle Visionen doch ich bleib bei Sarah
Jeder Alptraum erwacht
Schatten werden zu Dämonen, überall droht Gefahr

Ich halt durch, ich halt aus
Und was immer ich tun muss, will ich tun für Sarah
Unbeirrt gradeaus
Gehe ich ins Nirgendwo weil ich Dich liebe

Soviel Sehnsucht in mir!
Ich will wieder nachhaus doch ich gehör zu Sarah
Und bin ich neben ihr
Sind die ängste Illusionen nur Gefühle sind wahr

Ich bin stark! Ich bin ich hart!
Und was immer ich sein muss, will ich sein für Sarah
Und wie lang ich auch wart
Irgendwann und irgendwo sind wir geborgen…

Ich bin ruhig, ich bin kalt
Ich besiege mich selber deinetwegen — Sarah
Ich weich keiner Gewalt
Hab vertraun in mich, Sarah, ich bleibe dir nah!

Ich hab Kraft! Ich hab Mut!
Und was immer ich habe, hab ich nur für Sarah!
Für dich geb ich mein Blut
Alles, alles will ich tun weil ich Dich liebe

Sarah…

Die Musik klingt aus.

Verwandlung.

2. Akt, Szene 6: SPIEGEL-BIBLIOTHEK

Während Alfreds Lied hat sich die Szene zurückverwandelt zur Bibliothek, in der nun allerdings alle Gegenstände spiegelverkehrt stehen.

Alfred (quasi da capo): Ich hab kraft! Ich hab Mut!
Und was immer ich habe, hab ich nur für Sarah!
Für dich geb ich mein Blut…

Noch mehr Bücher!

Abronsius (teilweise gleichzeitig): Plagiat, Surrogate, Fabeln, Enzyklopädien
Katechismus, Referate, Sagen, Genealogien
Und Annalen, Daten, Chroniken, Elogen, Elegien
Und Pamphlete, Epen, Kritiken in Folio, in Quarto und Fraktur

Alfred:Herr Professor, ich habe Sarah gefunden!

Abronsius: Robespierre, Homer und Seneca, Da Vinci und Cervantes
Und die wunderbaren Opera, Bocaccios und Dantes
Und Marquis de Sade und Don Juan, Frivoles und Galantes
Und Lord Byron, Goethe, Eckermann, Giordano Bruno, Lessing, Thomas Moore

Alfred:Aber sie will nicht gerettet werden

Abronsius: Millionen Bücher blieben von den Menschen früh’rer Zeiten
Hätten sie nichts aufgeschrieben könnt der Geist uns nicht begleiten
Und verdammt zu Ignoranten, müssten wir durchs Leben schreiten
Alle Bücher sind Garanten für den Fortschritt und die menschliche Kultur

Hast du dir das gemerkt mein junge?

Professor Abronsius aht sich wieder in das Innere der Bibliothek zurückgezogen. Alfred nimmt ein beliebiges Buch aus dem Regal.

Wenn Liebe in dir ist

Alfred (liest den Titel)::
“Ratgeber für Verliebte. Wie man ein Herz gewinnt”

Aufs Geratewohl schlägt er das Buch auf und liest mit wachsendem Intersse…

Wenn Liebe in dir ist dann klingt aus dir Musik
Wenn dein Moment hier ist dann spricht für dich dein Blick
Und der Mensch, den du magst
Versteht was du sagst, und wärst du auch still
Dein Herz verrät dass Liebe in Dir ist
Die nicht mehr schweigen will

Zeig einfach ehrlich was sich in dir versteckt
Kein Wunsch ist gefährlich wenn ihn die Liebe weckt
Und der Mensch, den du liebst
Wird spür’n was du gibst und die Hoffnung aus Glück
Vereinigt euch wenn Liebe in Dir ist
Dann halt sie nicht zurück

(gesprochen)
Manchmal sagt ein Kuss mehr als tausend Worte…

Da hört Alfred eine Stimme, die wie die von Sarah klingt. Er lässt das Buch sinken un lauscht.

Stimme:Ah-ah-ah…

Alfred geht mit dem Buch in Hand ab. Die Musik spielt untermalend weiter.

übergang zu…

2. Akt, Szene 7: SPIEGEL-BADEZIMER

Der Stimme nachgehend kommt Alfred in ein Badezimmer, das wie ein Spiegelbild dem ersten Badezimmer gleicht. Alfred ist etwas verwirrt, da er bemerkt, dass der Raum sich verändert hat. Doch dann hört er wie bei seinem ersten Besuch das Geplätscher von wasser hinter dem Vorhang und erneut…

Stimme:Ah-ah-ah…

Alfred zieht den Vorhang beiseite. Die Wanne ist leer. Auf dem Rand sitzt Herbert, der spiererisch die Hand durch’s Wasser gleiten lässt. Alfred will rasch das Badezimmer verlassen.

Sanft und leise beginnt Herbert zu singen.

Herbert: Du musst zu mir nett sein
Ich will dich verstehen!
Was macht dich so blass? Bist du krank?
Alfred: Mir geht’s gut, Vielen Dank
Herbert: Aber nein du hast Fieber mein Freund!

Herbert: Du solltest im Bett sein
Nein, was muss ich sehn?!
Du zitterst vor Angst, mon Chéri
Alfred: Nein ich zittere nie!
Herbert: Aber ja du bist ängstlich, mein Freund!

Alfred (versucht das Thema zu wechseln): Wie man hört, gibt’s einen Ball irgendwo
Herbert:Du hast einen süssen Popo!
Alfred:Ein Ball!
Herbert:Und deine Augen!
Alfred:Die Augen?
Herbert:Die Wimpern so zart wie Fäden aus purem Gold

Alfred hält noch immer das Buch in der Hand.

Herbert: Ja! Heut Nacht ist Ball, ich lad dich ein
Wein und Musik und Kerzenschein!
Das wird gigantisch romantisch!
Mit dir im Arm werde ich im siebten Himmel sein…

Herbert zieht Alfred zu sich ran und tanzt mit ihm einen Walzer. Nun singt Herbert die Hauptmelodie.

Herbert (immer noch tanzend): Ach, zeig mal, was liest Du?
Alfred:Ein Buch—
Herbert:—Gedichte so!
Ich wusst’ es ja, siehst du!
Du bist verliebt, mein Freund!

Die zärtliche Melodie des Refrains bekommt unversehens einen aggressiven und drohenden Charakter. Das Tempo wird schneller. Alfred entdeckt, was der Zuschauer schon länger sieht: dass Herbert nicht im Spiegel zu sehen ist. Alfred gerät in Panik.

Herbert: Dass es so etwas gibt!
Auch ich bin verliebt
Nun rat mal, in wen!
Ja, ich liebe dich…
Wenn
Liebe in mir ist
Dann kann ich nicht wiederstehn!

Herbert bekommt endlich Alfred an der Schunter zu fassen. Er öffnet sein Vampirgebiss, um Alfred in den Hals zu beissen. Alfred rettet sich, indem er in letzten Moment Herbert das Buch zwischen die Zähne stösst…

Verfolgungs-Thema. Alfred flüchtet in den Zuschauerraum, während Herbert versucht, die Zähne aus dem Buch zu siehen.

Sich ängstlich nach dem vermeintlichen Verfolger umblickend kommt Alfred auf die Bühne zurück, wo Herbert ihn erwartet. Er stürzt sich auf Alfred.

Im letzten Moment kommt Professor Abronsius hinzu. Er haut mit dem Schirm auf Herbert ein. Herbert ergreift die Flucht. Alfred steht vom Boden auf.

Professor Abronsisu und Alfred gehen ab. Verwandlung.

2. Akt, Szene 8: TURM UND FRIEDHOF

Alfred und Abronsius gehen über mehrere Brücken auf den Turm des Schlosses hinauf. Darunter, im inneren Schlosshof, befindet sich ein Friedhof mit schneebestäubten Grabsteinen und Grabplatten.

überraschend erscheint Graf von Krolock hinter Professor Abronsius und Alfred.

Sie Irren, Professor!

Graf von Krolock (zu Abronsius): He Ho He! Wirklich treffend Professor!
Nur ein Biss und es ist passiert!
Zuviel Neugier ist tödlich Professor
Man muss werden was man studiert!

Abronsius: Sie unterschätzen die Wissenschaft, Von Krolock! Ich werde Sie in Alkohol einlegen und meiner Asservatensammlung einverleiben
Graf von Krolock:Hahaha!
Abronsius:Bald treiben Sie nur noch in Gruselromanen Ihr Unwesen!

Graf von Krolock is nicht mehr zu sehen. Seine stimme klingt aus verschiedenen Richtungen.

Graf von Krolocks Stimme: Wovor fliehst du? Was fürchtest du Alfred?
Was Du suchst findest du nur hier!

Abronsius:Er bekämpft Sie!

Graf von Krolocks Stimme
Sie irren Professor!
Alfreds Seele gehört längst mir!

Die Brücke, auf der Alfred und Professor Abronsius stehen, fährt hoch. Alfred und Professor Abronsius sind nicht mehr zu sehen.

Die musikalische Untermalung geht über in die Einleitung zum Auferstehungstanz. Es wird unheimlich auf dem schlosshof, der in gespenstisches Licht getaucht ist. Einzelne Brabplatten geraten in Bewegung. Die vampire kriechen aus den Gräbern un schütteln Leben in ihre abgestorbenen Glieder.

Ewigkeit

Vampire: Ewigkeit ist Langeweile auf Dauer
Ein trostloser Kreislauf, kein Anfang, kein Schluss
Denn stets wiederholt sich dasselbe von vorne
Kein Jubel, kein Entsetzen

Nur die öde
Blöde
Ewigkeit

Von Tortur keine Spur
Immer nur diese beschiss’ne Ewigkeit

Fort mit dem Stein über’m Abgrund des Schreckens!
Raus aus dem Grauen ins Glitzern der Welt!
Bald lähmt unser Gift die Gehirne der Menschen
Bald sind wir die Herren dieser Erde

Es werde Nacht!

Weg mit dem Fels vor der Höhle der Schatten!
Raus aus den Gräbern ins Leben der Stadt!
Hinein mit der Angst in die Seele der Menschen!
Bald steh’n sie am Ende aller Zweifel

Wir stürzen sie hinab!
Hinab!
Hinab!
Hinab!
Hinab!

Der Tanz klingt aus. Die Vampire verschwinden durch den Zuschauerraum.

Graf von Krolock erscheint auf dem Friedhof. Er wandert durch die Gräberreihen.

Die unstillbare Gier

Graf von Krolock: Endlich Nacht, kein Stern zu sehen
Der Mond versteckt sich denn ihm graut vor mir
Kein Licht im Weltenmeer
Kein falscher Hoffnungsstrahl
Nur die Stille
Und in mir die Schattenbilder meiner Qual

Das Korn war golden und der Himmel klar
Sechzehnhundertsiebzehn als es Sommer war
Wir lagen im flüsternden Gras
Ihre Hand auf meiner Haut war zärtlich und warm

Sie ahnte nicht dass ich verloren bin
Ich glaubte ja noch selbst daran dass ich gewinn
Doch an diesem Tag geschah’s zum erstenmal
Sie starb in meinem Arm

Wie immer wenn ich nach dem Leben griff
Blieb nichts in meiner Hand
Ich möchte Flamme sein und Asche werden
Und hab noch nie gebrannt

Ich will hoch und höher steigen
Und sinke immer tiefer ins Nichts
Ich will ein Engel oder ein Teufel sein
Und bin doch nichts als eine Kreatur
Die immer das will was sie nicht kriegt!

Gäb’s nur einen Augenblick des Glücks für mich
Nehm ich ew’ges Leid in Kauf
Doch alle Hoffnung ist vergebens:
Der Hunger hört nie auf

Eines Tages wenn die Erde stirbt
Und der letzte Mensch mit ihr
Dann bleibt nicht zurück als die öde Wüste
Einer unstillbaren Gier
Zurück bleibt nur die grosse Leere
Eine unstillbare Gier

Des Pastors Tochter liess’ mich ein bei Nacht
Siebzehnhundertdreissig nach der Mainandacht
Mit ihrem Herzblut schrieb ich ein Gedicht
Auf ihre weisse Haut

Und des Kaisers Page aus Napoleons Tross…
Achtzehnhundertdreizehn stand er vor dem Schloss
Dass seine Trauer mir das Herz nicht brach
Kann ich mir nicht verzeihn

Doch immer wenn ich nach dem Leben greif
Spür ich wie es zerbricht
Ich will die Welt verstehn und alles wissen
Und kenn mich selber nicht!

Ich will frei und freier werden
Und werde meine Ketten nicht los
Ich will ein Heiliger oder ein Verbrecher sein
Und bin doch nichts als eine Kreatur
Die kriecht und lügt und zerreissen muss was immer sie liebt!

Jeder glaubt dass alles einmal besser wird
Drum nimmt er das Leid in Kauf
Ich will endlich einmal satt sein
Doch der Hunger hört nie auf

Manche glauben an die Menschheit
Und manche an Geld und Ruhm
Manche glauben an Kunst und Wissenschaft
An Liebe und an Heldentum
Viele glauben an Götter
Verschiedenster Art
An Wunder und Zeichen
An Himmel und Hölle
An Sünde und Tugend
Und an Bibel und Brevier

Doch die wahre Macht die uns regiert
Ist die schändliche
Unendliche
Verzehrende
Zerstörende
Und ewig unstillbare Gier

Ins Publikum:

Euch sterblichen von morgen
Prophezeih ich heut und hier:
Bevor noch das nächste Jahrtausend beginnt
Ist der einzige Gott dem jeder dient
Die unstillbare Gier!

Alfred und Professor Abronsius sind wieder zu sehen. Sie waren Zeugen des Gefühlsausbruch des Grafen. Graf von Krolock geht rasch ab.

Verwandlung.

2. Akt, Szene 9: TANZSAAL

Der noch leere Tanszaal im gräflichen Schloss strahlt im Glanz zahlreicher Kerzenlüster. Professor Abronsius und Alfred haben sich eingeschlichen. Sie hören Koukol kommen und verstecken sich hinter einem Vorhang. In einer Art Prozession ziehen die Vampire ein.

Professor Abronsius und Alfred schlagen zwei Vampire, die an dem Vorhang vorbeigehen, bewusstlos. Und ziehen sie in ihr Versteck.

Schliesslich sind alle Vampire versammelt. Die Musik schwillt an. Graf von Krolock tritt auf. Er kommt die Wendeltreppe herunter und begüst seine Gäste.

Tanzsaal

Graf von Krolock: Seid willkommen, Brüder, in diesem Saal!
Als wir versammelt war’n beim letzten Mal
War uns’re mahlzeit ein Bauer ausgemergelt und bleich
Ihr wart betrübt aber ich sagte Euch:
Ist ein Jahr mager, wird das nächste Jahr reich

Professor Abronsius und Alfred kommen hinter dem Vorhang hervor. Sie haben die Kleider und Perücken der von ihnen überwältigen Vampire übergezogen und mischen sich unerkannt unter die überigen Vampire.

Graf von Krolock: Wir die ewig leben verzehrt die Sucht nach frischem Blut
Graf von Krolock & Herbert:Haben wir je davon genug?
Vampire:Wir haben davon niemals je genug!
Graf von Krolock: Jedes Opfer das uns nährt vermehrt auch uns’re Brut
Graf von Krolock & Herbert:Haben wir je davon genug?
Vampire:Wir haben davon niemals je genug!

Vampire: Nichts macht uns satt die Gier kommt nie zur Ruh
Denn die Leere in uns drin ächst jeden Tag
Die Angst vorm Nüchternsein verfolgt uns immerzü!

Graf von Krolock: Doch ich heisse Euch hoffen!
Wie von mir prophezeit
Ist ein Gast eingetroffen, Geschmückt und bereit
Sich der Dunkelheit zu weihn

Eine Schönheit mit den Augen der Nacht
Ein verwunsch’nes Sternenkind, zärtlich wie der Wind
Und für mich bereit verzaubert unser’n Mitternachtsball!

Doch sie gehört nur mir!

Keine Sorge! Auch an Euch ist gedacht
Denn seit gestern Abend sind hier in meinem Labyrinth
Und für Euch bestimm zwei Sterbliche zum Bleiben verdammt!

Verdammt!

Graf von Krolock präsentiert Sarah in ihrem neuen Ballkleid und den roten Stiefeln.
Professor Abronsius musst Alfred zyrückhalten. Auch die Vampire gehen auf Sarah zu, doch Garb von Krolock hältsie mit einer herrischen Geste auf.

Alfred sieht ängstlich Professor Abronsius an. Dieser ist unbeeindruckt.

Gott ist Tot (reprise)

Vampire: Gott ist tot! Nach ihm wird nicht mehr gesucht!
Wir sind zum ewigen Leben verflucht
Es zieht uns näher zur Sonne doch wir fürchten das Licht
Wir glauben nur Lügen, verachten Verzicht
Was wir nicht hassen, das lieben wir nicht…

Die Vampire verfolgen geifernd vor Geilheit, wie Graf von Krolock sich Sarah nähert.
Dann ist der Moment gekommen. Graf von Krolock öffnet den Mund, während Sarah sich weit zurückbeugt. Er beisst in ihren Hals. Professor Abronsius musst dem entssetzten Alfred beistehen.

Totale Finsternis (reprise)

Vampire: Sie ist zum Leben erwacht!
Die Ewigkeit beginnt heut Nacht
Die Ewigkeit beginnt heut Nacht!

Graf von Krolock: Du hast Dich gesehnt danach dein Herz zu verlieren
Jetzt verlierst Du gleich den Verstand
Sarah und Von Krolock: Totale Finsternis
Ein Meer von Gefühl und kein Land

Sarah: Einmal, dachte ich bricht Liebe den Bann
Graf von Krolock: Jetzt zerbricht sie gleich Deine Welt
Sarah und Von Krolock: Totale Finsternis
Wir fallen und nichts was uns hält…

Angeführt von Graf von Krolock und Sarah beginnen die Vampire ein Menuett zu tanzen. Auch Alfred und Abronsius machen mit.

Menuett — Tanzsequenz

Die Wendungen und Partnerwechsel des Tanzes bringen Alfred und Professor Abronsius miteinander und mit Sarah zusammen. In diesen Augenblicken verstädigen sie sich.

Alfred (zu Sarah): Sarah, ich bin’s! Ich werde dich retten
Abronsius (zu Alfred): Pssst! Pssst!
Er hat sie zwar gebissen aber sie lebt noch…
Abronsius (zu Sarah): Eine richtige Bluttransfusion und zwei, drei Tage Ruhe
Und du bist wieder frisch wie der junge Morgen
Alfred (zu Sarah): Sarah, Venedig!
Die Gondeln, die Paläste, das Meer!
Abronsius (zu Alfred): He, ich zähle bis drei
Dann nehmen wir sie in die Mitte und laufen zur Tür

Die Vampire tanzen vor dem Spiegel. Als sie bemerken, dass nur Professor Abronsius, Alfred und Sarah reflektiert werden, bleiben zie stehen. Die Musik bricht mitten im Takt ab.

Graf von Krolock:Seid ihr bereit?
Abronsius:Eins, zwei, drei! Drei! Drei!

So ubauffällig wi möglich führen Alfred und Professor Abronsius Sarah zur Tür. Dann baen sich die Vampire von ihrer überraschung erholt. Graf von Krolock ruft…

Graf von Krolock:Saugt sie aus!

Verfolgungs-Thema. Alfred ergreift einen Kandelaber, um Sarah zu verteidigen. Professor Abronsius hält den anderen Kandelaber, quer davor, so dass ein Kreuz gebildet wird. Mit Wutgeheul weichen die Vampire zurück

Graf von Krolock:Boo! Hahaha!

Die Vampire zerreissen zum Teil ihre Ballkleider. Alfred und Professor Abronsius nutzen die Verwirrung, um mit Sarah aus dem Saal zu flüchten. Professor Abronsius, Alfred und Sarah laufen durch den Zuschauerraum und gehen ab.

Graf von Krolock: Nein! Nein!
Koukol!
Koukol!
Mach’ das hier weg! Weg damit!
Aaah!
Koukol!

Koukol löst das Kandelaberkreuz auf.

Graf von Krolock: Koukol! Im Namen des Hölle, der Blutes, des Feuers, ihnen nach!
Holt sie zurück!

Koukol nimmt die Verfolgung auf.

Verwandlung.

2. Akt, Szene 10: IRGENDWO IN DER WILDNIS TRANSSYLVANIENS

Durch die Wildnis (reprise)

Auf dem Weg vom Zuschauerraum zurück zur Bühne bahen Sarah, Alfred und Professor Abronsius einigen Vorsprung vor ihrem Verfolger Koukol gewonnen. Zweimal sehen wie sie so über die Bühne hasten. Beim dritten Mal sind Professor Abronsius, Alfred und Sarah zunächst allein auf der Bühne. Professor Abronsius sieht die glühenden Augen eines Wolfes hinter eimen Hügel und weist Alfred und Sarah an, mit ihm in eine andere Richtung zu flüchten. Kaum sind sie verschwunden, erscheint Koukol.

Während er sich suchend umblickt, kommen von allen Sieten die Wölfe auf ihn zu. Ein markerschütternder Schrei beendet das Verfolgung-Thema. Koukol ist von den Wölfen zerrissen worden.

Verwandlung.

Die Musik wird lyrisch. Weit weg vom Ort, an dem Koukol sein tragisches Ende gefunden hat, wandern die glücklich Entkommenen durch die jetzt sternenhelle Nacht. Professor Abronsius, mit seinem Notizbuch beschäftigt, geht dem Liebespaar voraus und nimmt schliesslich vorne an der Rampe Platz, um sich ganz seinen Notizen zu widmen.

Hinter him bleiben Alfred und Sarah in der Bühnenmitten stehen: Zwei verliebte im Zauber der Mondbeschienenen Winterlandschaft. Ein Haich Puccini.

Draussen ist Freiheit (reprise)

Alfred: Sarah, du bist schwach, Ruh dich aus in meinem Arm!
Jetzt wird alles gut, wir sind in Sicherheit
Ich bleib für Dich wach und beschütz Dich vor Gespenstern
Unser Alptraum ist vorbei, der Tag ist nicht mehr weit

Sarah und Alfred: Alles wird nun anders sein
Nie mehr eingesperrt
Niemals mehr allein
Sarah:Gehn wohin ich mag
Alfred:Zeigen was ich fühl
Sarah:Baden jeden Tag
Alfred:Angst und Kälte werden vorbei sein!
Sarah und Alfred: Jenseits der Wälder
Jenseits der Berge
Alles wird neu sein

Sarah und Alfred: Draussen ist Freiheit
Dort wo der Horizont beginnt
Gibt es ein Land
In dem alle Wunder möglich sind

Alfred: Keine Sorge die uns bedrückt
Keine Grenze die wir nicht überwinden
Bleib bei mir denn mit Dir
Sarah und Alfred: Kann ich bis zu den Sternen gehn
Bis in die Zukunft sehn!

Alfred nimmt Sarah in den Arm. Sie blickt über seine Schulter ins Publikum. Sie öffnet den Mund und wir sehen, dass ihr Vampirezähne gewachsen sind.

Draussen ist Freiheit
Nun gibt es nichts mehr was uns trennt
Draussen ist Freih…

Die Musik schwillt an. Sarah beisst Alfred in den Hals. Auf Alfred Hand fällt ein Tropfen Blut.

Alfred:Was ist das?
Sarah:Blut, Liebling! Leck es ab!
Alfred:Gar nicht schlecht…

Alfred und Sarah versinken in einer tiefen Umarmung. Das Licht lenkt unsere Aufmerksamheit auf Professor Abronsius, der die Arbeit an seinen Notizen vorübergehend unterbricht und fröhlich ins Publikum blickt.

Tanz der Vampire

Abronsius: Wir sind entkommen, mein Verstand hat triumphiert
Und die Menschheit vor’m Verderben bewahrt
Die Königsberger werden gelb sein vor Neid
Wenn man mir nun den Nobelpreis verleiht

Er schreibt einen weiteren Satz in sein Notizbuch.

Durch meine Forschung hab ich den Beweis erbracht:
Es gibt Lebendtote hier jedenfalls
Sie verlassen die Särge bei Nacht
Und saugen Lebenden das Blut aus dem Hals

Professor Abronsius steckt sein Notizbuch ein, seht auf und wandert weiter. Alfred und Sarah folgen. Die drei gehen durch’s Publikum ab, während die Vampire auf die Bühne kommen.

Zum Glück kann uns’re Vernunft sie überwinden!
Wir sind sicher dank Geist und Wissenschaft!
Unsere Ziele sind klar, uns’re Methoden bewährt
Wir sind praktisch und aufgeklärt
Der Fortschritt ist Unaufhaltsam!
Die Welt ist nicht mehr was sie war!

Alfred, Sarah und Professor Abronsius sind verschwunden. Auf der Bühne und im Publikum ergreifen die Vampire die Macht.

Ein weiblicher Vampir: Nimm was Du kriegst denn sonst wird dir genommen
Sei ein Schwein oder man macht dich zur Sau
Raff Dir Geld und kauf dir die Welt!
Nur nicht zimperlich! Die Sitten sie rauh

Zwei weiblicher Vampire: Zeig Deine Faust denn sonst wirst du geschlagen
Dräng Dich vor oder du wirst übersehn
Willst du bestimmen statt andre zu fragen
Musst Du lernen über Leichen zu gehn

Alle: Nichts wie raus aus der Nacht in die Sonne
Weil uns endlich keine Schranke mehr hält
Unsere Ziele sind klar, uns’re Methoden bewährt
Wir sind tot doch wir leben solang Ihr uns nährt!

Wir sind im Kommen
Und bald gehört uns die Welt
(Und bald gehört uns die Welt!)

Wir tauchen aus der Nacht—Passt auf!
Jetzt woll’n wir Glitzer und Glanz—Passt auf!
Jetzt woll’n wir alles und ganz—Passt auf!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!

Steckt den Himmel in Brand und streut Lucifer Rosen!
Die Welt gehört den Lügnern und den Rücksichtslosen
Reicht den Mördern die Hand! Liegt im Staub vor den Grossen!
Die Welt gehört den Kriechern und den Gnadenlosen

Gruppe 2 (gleichzeitig): Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!

Gruppe 3 (gleichzeitig): Steckt den Himmel in Brand und streut Lucifer Rosen!
Die Welt gehört den Lügnern und den Rücksichtslosen
Reicht den Mördern die Hand! Liegt im Staub vor den Grossen!
Die Welt gehört den Kriechern und den Gnadenlosen

Alle: Wir woll’n tun was uns Spass macht und so sein wie wir sind
Wir verstecken uns nicht mehr: der Tanz der wilden Herzen beginnt!

Gruppe 1 & 4 (gleichzeitig): Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz…

Die Vampire in Zuschauerraum tanzen zur Bühne zurück. Tanzsequenz.

Alle: Nichts wie raus aus der Nacht in die Sonne
Weil uns endlich keine Schranke mehr hält
Unsere Ziele sind klar, uns’re Methoden bewährt
Wir sind tot doch wir leben solang Ihr uns nährt!

Wir sind im Kommen
Und bald gehört uns die Welt
(Und bald gehört uns die Welt!)

Wir tauchen aus der Nacht—Passt auf!
Jetzt woll’n wir Glitzer und Glanz—Passt auf!
Jetzt woll’n wir alles und ganz—Passt auf!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!

Gruppe 3 (gleichzeitig): Steckt den Himmel in Brand und streut Lucifer Rosen!
Die Welt gehört den Lügnern und den Rücksichtslosen
Reicht den Mördern die Hand! Liegt im Staub vor den Grossen!
Die Welt gehört den Kriechern und den Gnadenlosen

Steckt den Himmel in Brand und streut Lucifer Rosen!
Die Welt gehört den Lügnern und den Rücksichtslosen
Reicht den Mördern die Hand! Liegt im Staub vor den Grossen!
Die Welt gehört den Kriechern und den Gnadenlosen

Gruppe 2 (gleichzeitig): Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!

Alle: Wir woll’n tun was uns Spass macht und so sein wie wir sind
Wir verstecken uns nicht mehr: der Tanz der wilden Herzen beginnt!

Gruppe 1 & 4 (gleichzeitig): Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz!
Jetzt laden die Vampire zum Tanz!
Wir wollen alles und ganz

Alle: Wir trinken Blut, wir haben null Moral
Was aus dieser Welt wird ist uns scheissegal!
Wir trinken Blut, wir haben null Moral
Was aus dieser Welt wird ist uns scheissegal!

We drink your blood and then we eat your soul
Nothing’s gonna stop us, let the bad times roll!
We drink your blood and then we eat your soul
Nothing’s gonna stop us, let the bad times roll!

Jetzt laden die Vampire zum Tanz…

Black-out.

ENDE